23.09.15

Haba: Für die Brettspieler von morgen

„Meine ersten Spiele“ hat Haba speziell für Kleinkinder entwickelt. Am Firmensitz in Bad Rodach konnten wir anhand eines Rundgangs durch die Produktion und von Gesprächen mit den Verantwortlichen mehr über den pädagogischen Aspekt dieser Reihe erfahren.

Haba_Teamfoto

Spaß am Spiel und bei der Arbeit (von links): Sabrina Beetz (Leitung Produktmanagement), Markus Nikisch (Crative Director) und Julia Roth (PR-Beauftragte).

 
Wisotzki_Hopf Michael

Geschäftsführer Michael Hopf erläutert Chefredakteurin Scarlett Wisotzki das „Meine ersten Spiele“-Konzept.

 
Alle Bilder anzeigen

Seit über 75 Jahren werden bei Haba Spielsachen aus Holz kreiert und produziert, die Kinder gezielt fördern. „Diese Grundidee haben wir auf die Spiele für die Jüngsten übertragen“, erklärt Creative Director Markus Nikisch, der in der hauseigenen Redaktion diese Reihe vor fünf Jahren mit konzipiert hat. „Meine ersten Spiele“ überzeugen durch griffige, stabile Holzfiguren und einfache Regeln, die den Spaß in den Vordergrund stellen und alle Sinne fördern sollen. „Die Kombination aus Material und Spiel ist einmalig“, betont Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer Michael Hopf. Man könne im Haus einzigartige Synergien nutzen, denn bei Haba befindet sich alles unter einem Dach – von Entwicklungsabteilungen für die verschiedenen Bereiche über die Schreinerei und Produktion bis hin zum Fotostudio.

Made in Germany

Auch der Fertigungsprozess eines Kinderspiels beginnt mit den langen Brettern, die sich auf dem Firmengelände stapeln. Das vor Ort verarbeitete Holz stammt aus dem nahegelegenen Steigerwald. Wie Hopf betont, beziehe man zugunsten kurzer Transportwege den nachwachsenden Rohstoff im Umkreis von 150 km. Nach dem Zuschneiden werden die Figuren in Form gebracht und von den Profilstäben gesägt. Trotz eines großen Maschinenparks erfolgen einzelne Schritte noch in Handarbeit.

Laut Nikisch nimmt das Material einen wichtigen Aspekt in den „Meine ersten Spiele“-Schachteln ein. Große Elemente, wie das Obst, das teilweise dem Kaufladen aus dem Spielwarensortiment entstammt, sind wahre Handschmeichler. Zudem wurden der Rabe und weitere bekannte Haba-Charaktere für die kleinen Kinderhände noch abstrakter gestaltet und auch die Würfel den haptischen Fähigkeiten angepasst.

Geeignet sind die Spiele mit dem liebevoll ausgewählten Inhalt bereits ab zwei Jahren, wobei die Angabe als reiner Orientierungswert dient. „Die Entwicklung von Kindern in diesem Alter ist völlig unterschiedlich“, weiß Produktmanagerin Sabrina Beetz als Mutter von Zwillingen, und fügt hinzu, dass der Nachwuchs weder über- noch unterfordert werden sollte. Alles beginne mit dem freien Spielen und Ausprobieren.

Hier setzen derzeit rund 20 Titel an, die in drei verschiedenen Packungsgrößen und somit auch zu unterschiedlichen Preispunkten erhältlich sind. „Erster Obstgarten“ und „Fische angeln“ lauten die Topseller der Reihe. Auf der Spielwarenmesse wurde „Blumenfee“ vorgestellt. Im Herbst erscheinen „Kleiner Garten“ und „Die Post ist da!“. Was die Themen anbelangt, dreht sich fast immer alles um die Klassiker, die nach wie vor gefragt sind. Pro Ausgabe liegt die Konzentration auf einem Schwerpunkt – beispielsweise Formen, Klang oder Zahlen. „Wir wollen genug Anreize bieten, dass sich das Kind mit dem Produkt beschäftigt“, so Beetz.

Dafür kommt natürlich auch Farbe ins Spiel. Ob Grün, Rosa, Blau oder Gelb – in riesigen Trögen und Trommeln wird jedes einzelne Holzteil in Bad Rodach speichelecht eingefärbt. Dann geht es zwei Räume weiter, wo per Digital- oder Siebdruck, Präge- oder Tampondruck die Figuren zum Leben erweckt werden und Würfel ihre Punkte erhalten. Natürlich steht bei allen Verfahren der Sicherheitsaspekt an oberster Stelle. Selbst über ein eigenes Testlabor verfügt das Unternehmen. „Wir sichern uns stets doppelt ab, wobei wir uns selbst sehr hohe Maßstäbe setzen“, beteuert Michael Hopf.

Lernen fürs Leben

Bevor „Meine ersten Spiele“ und alle anderen Haba-Produkte in den Handel gelangen, müssen sie sich jedoch noch den strengsten Kritikern unterziehen: dem Nachwuchs in der Krippe und im Kindergarten der Firma. „Kids sind die ehrlichsten und fiesesten Testpersonen zugleich“, meint Markus Nikisch schmunzelnd.

Spielen verbindet der zweifache Familienvater vor allem mit Emotionen und Kommunikation. Durch das Verstehen, Umsetzen und Befolgen der Regeln würden bereits die Jüngsten fürs Leben lernen und ein gemeinsames Miteinander, weiß Nikisch, der selbst aus dem pädagogischen Bereich kommt und mit seinen Kollegen so manche Mittagspause am großen Spieltisch neben der Redaktion verbringt.

Die Neuentwicklungen für die Kleinkindreihe entstehen in Zusammenarbeit mit verschiedenen externen Autoren, Illustratoren und der angrenzenden Designabteilung. Ebenfalls auf dem kurzen Dienstweg ist das Marketing erreichbar. Hier wurde für „Meine ersten Spiele“ ein ansprechendes Display kreiert. Aufmerksamkeit am POS sollen darüber hinaus eine Schaufenster-Aktion und eine „Meine ersten Bücher“ erzielen, die in Anlehnung an die Reihe konzipiert wurden. Mit „Tapsis Farbenwelt“ und „Schneckis Formenwelt“ geht es im Herbst an den Start. Im gleichen Zeitraum wagt sich Haba an ein weiteres neues Genre: Familienspiele. „Spookies“, „Abenteuerland“ und „Karuba“ heißen die ersten Titel.