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02.12.14 – Erfolgreich am PoS

Begehrlichkeiten wecken

Warenpräsentation war gestern – Wareninszenierung ist heute und morgen. Daher müssen Händler am PoS Anreize schaffen, um Kunden in den Laden zu bringen.

Krabat_Schweden_PoS

Einzelne Themeninseln setzen bei «Krabat» in Schweden Produkte gezielt in Szene.

 
Regent Street Bus Ground Floor

«Hamleys» in London setzt auf eine einladende Atmosphäre und eine faszinierende Warenpräsentation.

 

Die stationären Händler setzen auf den gezielten Ausbau ihrer Geschäfte. Wie eine Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung IFH im Auftrag des HDE zeigt, planen über 80% der Unternehmen entsprechende Maßnahmen. «Der Handel steckt in einem Strukturwandel. Viele innenstädtische Händler klagen über sinkende Kundenfrequenzen. Der stationäre Handel setzt deshalb zunehmend auf seine Stärken, wie zum Beispiel das Einkaufserlebnis», so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Vor allem Veränderungen, wie der wachsende Online-Handel oder der demografische Wandel, erhöhen den Druck.

 

Ganz oben auf der Liste der Maßnahmen zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses steht die erlebnisorientierte Ladengestaltung (52%) – neben Kundenevents und der Listung innovativer Produkte. Aufgeschlossen und modern zeigen sich die Ladeninhaber, wenn es um die Renovierungszyklen geht: So haben sich diese im Durchschnitt von neun auf 7,8 Jahre verkürzt. Wer auch in Zukunft erfolgreich sein will, der muss sich auf die ureigenen Stärken des stationären Handels besinnen – die ansprechende Inszenierung der Produkte am PoS. Diese ist ein wichtiger Baustein für den dauerhaften Erfolg.

 

Einen eigenen Charakter geben

Als ein Paradebeispiel in diesem Bereich gilt das Konzept von Anne Zapel von Bahr. Die Chefin der schwedischen Firma «Krabat» weckt in ihren sechs Stores bereits durch eine liebevolle Schaufenster-Dekoration die Neugier. In der Einkaufsmeile Kungsgatan lädt z.B. ein überdimensionales Wikingerschiff aus Holz zu großen Abenteuern ein, während im Fenster nebenan das nostalgische Kindercabrio Lust auf den nächsten Urlaub macht. Im Inneren werden diese angedeuteten Themenwelten dann in kreativer Weise umgesetzt. «Wir vermitteln unsere Leidenschaft an den Produkten direkt in der Warenpräsentation», erklärt die Geschäftsfrau. Zudem wurde auf Übersichtlichkeit und Orientierung bei der Produktzusammenstellung geachtet.

 

Es sind gerade die Authentizität und das Alleinstellungsmerkmal, welche den Erfolg eines Geschäfts ausmachen. Deshalb muss vor der Entscheidung, wie die Ladeneinrichtung aussieht überlegt werden, welches Image damit transportiert werden soll. Entscheidend dafür ist die Frage, welche Zielgruppe durch das Produktsortiment angesprochen werden soll. Möchte ich Kinder und ihre Eltern erreichen, sollte sich der Laden entsprechend dynamisch darstellen.

 

Hier reiht sich auch Hamleys ein. Der Spielwarenhändler besitzt heute, neben seinem Flagship-Store in der Londoner Regent Street, sechs Geschäfte in Großbritannien und  24 weitere in anderen Ländern. Mit einem klar abgestimmten Raumkonzept auf die Zielgruppe hat sich das Unternehmen zur Marke etabliert, wie  Jeneen Hippolyte, Marketing und Events Coordinator, erläutert. Dabei folgt die Gestaltung aller Filialen ganz den strengen Prinzipien des UK-Designer-Teams. Diese setzen ein dichtes atmosphärisches Umfeld um, das durch Licht, Farben, Gerüche und Aktionen im Verkaufsraum geprägt ist.

 

Auf diese Weise wird die Hürde einer rein rationalen Kaufentscheidung überwunden.  Dank einer abwechslungsreichen und faszinierenden Warendarbietung erhalten Kunden zudem eine zum Kauf stimulierende Umgebung. Das gekonnte Zusammenspiel zwischen der Kunst der Warenpräsentation und -dekoration, einem sichtbaren «Mehrwert» und der Weckung des Kaufwunsches fördert in jedem Fall den Absatz. Denn Shopping soll gute Laune, Verzückung und Verblüffung schaffen – denn gut gelaunte Kunden kaufen einfach mehr!