18.08.26 – Ladendiebstahl im Einzelhandel

HDE und GdP fordern konsequenteres Vorgehen gegen Ladendiebstahl

Mehr als drei Milliarden Euro Schaden entstehen dem Einzelhandel jährlich durch Ladendiebstahl. Der Handelsverband Deutschland (HDE) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordern deshalb mehr Personal, bessere Technik und eine konsequentere Strafverfolgung.

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Diebstahlsdelikte im Einzelhandel werden laut HDE und GdP häufig nicht oder nur unzureichend sanktioniert. © Andrii Starunskyi / Monstar Studio - stock.adobe.com

 

Ladendiebstahl ist nach Ansicht des Handelsverbands Deutschland und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) längst kein Bagatelldelikt mehr. Mit gemeinsamen Impulsen wollen beide Organisationen die politische Debatte anstoßen und den Schutz des Eigentums im Einzelhandel stärken. Nach Angaben von HDE und GdP entsteht dem Einzelhandel jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von mehr als drei Milliarden Euro. Die Belastung habe 2026 einen Höchststand erreicht. Die tatsächliche Zahl der Taten dürfte allerdings deutlich höher liegen, da die Polizeiliche Kriminalstatistik nur angezeigte Delikte erfasst. Wissenschaftler gehen von einem Dunkelfeld von mehr als 98 % und rund 25 Millionen unentdeckten Ladendiebstählen pro Jahr aus.

Besonders problematisch seien gewerbsmäßig und bandenmäßig organisierte Taten. Schätzungsweise ein Drittel der Ladendiebstähle entfalle auf diese Formen. Sie verursachten überproportional hohe Schäden und seien zugleich aufgrund komplexer Organisationsstrukturen schwer aufzuklären.

HDE und GdP fordern folgende Maßnahmen

1. Polizei und Justiz besser ausstatten

Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte sollen personell und technisch deutlich besser ausgestattet werden. Nach Ansicht von HDE und GdP reichen die vorhandenen Ressourcen derzeit nicht aus, um Eigentumsdelikte konsequent und umfassend zu verfolgen. Ermittlungs- und Verfahrensverzögerungen sowie die notwendige Priorisierung anderer Aufgaben gingen zulasten der Bekämpfung von Ladendiebstahl. Die Verbände begrüßen daher die geplante Umsetzung des von den Koalitionspartnern vereinbarten Pakts für den Rechtsstaat.

2. Prävention und Videoüberwachung erleichtern

Auch die Präventions- und Ermittlungsmöglichkeiten im Handel sollen verbessert werden. HDE und GdP fordern, offene Videoüberwachung rechtssicher und praxistauglich zu ermöglichen. Dafür brauche es eine bundesweit einheitliche Auslegung der DSGVO durch die Datenschutzaufsichtsbehörden. Zudem soll geprüft werden, unter welchen datenschutzrechtlichen Voraussetzungen KI-gestützte Videoanalysen künftig zur Diebstahlprävention eingesetzt werden können.

3. Organisierte Täter gezielter verfolgen

Gewerbsmäßige und bandenmäßig organisierte Ladendiebstähle sollen nach dem Willen der Verbände bei Schwerpunktstaatsanwaltschaften gebündelt werden. Dadurch könnten Täterstrukturen frühzeitig erkannt und Serienstraftaten sowie überregional agierende Gruppen effektiver verfolgt werden. Gleichzeitig soll der Informationsaustausch zwischen Polizei, Staatsanwaltschaften und weiteren zuständigen Behörden verbessert werden.

4. Sanktionen konsequent durchsetzen

HDE und GdP fordern zudem angemessene und zuverlässig erfolgende Sanktionen. Bei gewerbsmäßig oder bandenmäßig begangenen Delikten müsse die Strafe der jeweiligen kriminellen Energie und dem entstandenen wirtschaftlichen Schaden Rechnung tragen. Auch Hintermänner, die beispielsweise Minderjährige für Straftaten einsetzen, sollen konsequent verfolgt werden. Als wichtiges Instrument nennen die Verbände außerdem eine wirksame Vermögensabschöpfung.

5. Internationale Zusammenarbeit ausbauen

Da organisierte Tätergruppen häufig überregional oder international agieren, soll auch die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden über Ländergrenzen hinweg gestärkt werden. HDE und GdP setzen sich insbesondere für einen besseren Datenaustausch sowie mehr gemeinsame operative Einsätze und Einheiten ein.

Mit den fünf Maßnahmen wollen HDE und GdP nach eigenen Angaben den Eigentumsschutz im Einzelhandel verbessern, organisierte Eigentumskriminalität wirksamer bekämpfen und das Vertrauen der Händler in eine konsequente Rechtsdurchsetzung stärken.

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