08.09.26 – Fachgeschäft des Monats: „Spielzeug Domino, Hamburg
Mit Herz, Humor und Haltung
Seit fast fünf Jahrzehnten setzt das Familienunternehmen „Spielzeug Domino“ in Hamburg auf Service, Kreativität und echte Nähe zu seinen Kunden. Inhaberin Sandra Faust führt das Geschäft heute in zweiter Generation mit viel Herzblut, frischen Ideen und der festen Überzeugung, dass ein gutes Spielwarengeschäft weit mehr sein muss als ein Ort zum Einkaufen.
Wer das Spielwarengeschäft „Spielzeug Domino“ betritt, merkt schnell: Hier geht es um weit mehr als den Verkauf von Spielzeug. Zwischen liebevoll dekorierten Schaufenstern, klassischen Holzspielzeugen, den neuesten Lego- und Playmobil-Sets sowie ungewöhnlichen Geschenkideen wird deutlich, dass hier Leidenschaft gelebt wird – und das bereits seit 1977. „Spielzeug ist unsere Leidenschaft – und Sie sind unser König“, lautet das Motto des Familienunternehmens. Altmodisch? Vielleicht. Ehrlich? Auf jeden Fall. Denn genau dieser Servicegedanke prägt das Geschäft bis heute.
Familienunternehmen mit Geschichte
Gegründet wurde das Fachgeschäft im Januar 1977 von Wolfgang und Christa Faust. Die Voraussetzungen hätten kaum besser sein können: Während Christa Faust ihre Ausbildung im renommierten Kinderparadies am Neuen Wall absolvierte und dort elf Jahre lang Verkauf, Schaufenstergestaltung und die Ausbildung von Nachwuchskräften verantwortete, brachte Wolfgang Faust als gelernter Schriftsetzer und Kaufmann das unternehmerische Know-how mit. „Meine Eltern waren das perfekte Dream Team“, erzählt Sandra Faust, die das Geschäft 2009 in zweiter Generation übernommen hat. Schon als Kind half sie im Laden mit, entschied sich zunächst jedoch bewusst für einen anderen Weg und absolvierte eine Ausbildung im Raumausstatter-Handwerk. Erst familiäre Umstände führten sie zurück ins Familienunternehmen. „Die Übernahme war ein großer Schritt. Ich habe dabei tolle Unterstützung durch die Haspa mit einem Jungunternehmer-Darlehen und einem hervorragenden Unternehmensberater erhalten.“
Heute beschäftigt „Spielzeug Domino“ fünf Mitarbeiter. Mutter Christa arbeitet weiterhin im Geschäft mit. Auf rund 100 m² Verkaufsfläche plus Lagerräumen erwartet die Kundschaft ein sorgfältig zusammengestelltes Sortiment. Große Marken wie Lego, Playmobil, Ravensburger, Kosmos, Schleich, Brio, Carrera, Revell, Götz, Teddy Hermann oder VTech gehören ebenso dazu wie Bücher, Gesellschaftsspiele, Puzzles und Kreativartikel. Doch gerade die Mischung macht den Unterschied. „Ich finde es wichtig, nicht nur pädagogisches Spielzeug zu führen. Kinder brauchen auch Dinge, die einfach Spaß machen – leuchtendes Spielzeug, Geräusche, Schleim oder einfach mal etwas völlig Sinnfreies zum Lachen.“
Neben klassischen Spielwaren finden sich deshalb auch Produkte aus den Bereichen Sport und Outdoor, darunter Artikel von Firmen wie Sunflex, Invento und Schildkröt. „Manche Dinge entdecken wir auf Messen und denken einfach: Das gefällt uns, das passt zu uns.“
Beratung statt Warenkorb
Die Lage in Hamburg-Eppendorf bietet ideale Voraussetzungen: große Wohnungen, viele Familien und eine kaufkräftige Kundschaft. Gleichzeitig stellt der stationäre Handel auch hier die bekannten Herausforderungen fest. Wenige Parkplätze und der Wettbewerb mit dem Onlinehandel gehören zum Alltag. Für Sandra Faust ist deshalb eines entscheidend: persönlicher Service. „Wir lieben Kinder und genauso die Erwachsenen. Wir nehmen uns Zeit, beraten mit Freude und möchten, dass unsere Kunden gerne wiederkommen.“
Dieser Anspruch zeigt sich in vielen kleinen Details. Geschenke werden kostenlos verpackt. Geburtstagskisten gehören ebenso zum Service wie individuelle Bestellungen. „Wir versuchen, ganz viele Wünsche zu erfüllen und meistens gelingt uns das auch.“
„Spielzeug Domino“ versteht sich längst nicht nur als Verkaufsfläche, sondern als Treffpunkt für Familien. Etwa alle zwei Monate finden Veranstaltungen statt – vom Bastelnachmittag über Kinderolympiaden bis hin zu Ferienpassaktionen. Besonders stolz ist das Team auf seine Schaufenster. „Die Schaufenster sind uns unglaublich wichtig. Vor einem Fenster steht sogar eine Bank. Oft sitzen dort Kinder mit ihren Eltern und entdecken immer wieder neue Details.“ Mit viel Liebe werden die beiden Schaufenster im Wechsel etwa alle drei Wochen komplett neu gestaltet.
Ein weiterer wichtiger Bereich im Laden ist die Me-Time-Ecke. Diese greift den Trend auf, sich bewusst kleine Auszeiten zu gönnen. Dieses Thema greifen auch immer mehr Hersteller auf und bieten Häkelsets, Aquarell-Malsets, Origami oder ausgefallene Puzzles an.
Saisongeschäft mit Kreativität
Wie viele Fachhändler profitiert auch „Spielzeug Domino“ von saisonalen Anlässen: Schulanfang, Ostern, Mutter- und Vatertag, Karneval oder große Sportereignisse bieten immer wieder neue Möglichkeiten zur Warenpräsentation. Auch Social Media gewinnt zunehmend an Bedeutung. „Instagram und TikTok werden für uns immer wichtiger. Deshalb besuchen wir Workshops, um uns dort noch besser aufzustellen.“
Neue Trends entdeckt Sandra Faust vor allem auf der Spielwarenmesse in Nürnberg und der Nordstil in Hamburg. Hinzu kommen Tipps vom Verband duo idee+spiel, Fachzeitschriften, Außendienstpartner und eine ganz besondere Inspirationsquelle: „Unsere Kinder und Enkelkinder zeigen uns oft ganz direkt, was gerade spannend ist.“
Zwischen Optimismus und Sorge
Trotz aller Begeisterung für Spielwaren blickt Sandra Faust mit gemischten Gefühlen auf die Zukunft des stationären Handels. „Die größte Herausforderung besteht darin, die Menschen weiterhin für den Einkauf im Fachgeschäft zu begeistern. Wenn immer mehr online gekauft wird, wird es irgendwann keine Vielfalt im stationären Handel mehr geben. Das wäre ein großer Verlust.“
Gleichzeitig bleibt sie optimistisch. Denn ihr Geschäft lebt von Dingen, die kein Onlineshop ersetzen kann: persönlicher Beratung, ehrlichem Interesse an den Kunden und echter Begeisterung für Spielwaren. Vielleicht fasst ein Satz das Erfolgsrezept von „Spielzeug Domino“ deshalb am besten zusammen: „Wir alle haben Spaß an unserer Arbeit und nehmen uns immer sehr viel Zeit für unsere Kunden und beraten sie mit großem Einsatz und Freude.“ Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Kunden das Geschäft nicht nur mit einer Einkaufstasche verlassen. Sie nehmen auch ein Stück persönliche Beratung und ein Lächeln mit sowie die Gewissheit, dass es sie noch gibt: die Spielwarengeschäfte mit Herz.




