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15.10.14

Vereinende Lesewelten

Das Kinder- und Jugendbuch nimmt nicht nur auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (8. bis 12.10.2014) eine herausragende Rolle ein. Inwiefern seine Grenzen z.B. auch zur Spielzeugbranche fließend sind, erläutert Birgit Fricke, Senior Vertriebsmanager Internationales Kinderbuch, in unserem Interview.

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Die zahlreichen Fachveranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse bieten viel Raum für den informativen Dialog.

 
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Birgit Fricke von der Frankfurter Buchmesse spricht dem Kinderbuch eine große, branchenübergreifende Bedeutung zu.

 
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das spielzeug: In Halle 3.0 wird es einen eigenen Bereich für Kinderbücher geben. Was sind die Gründe für diese prominente Stellung?

Birgit Fricke: Den internationalen Kinderbuch-Bereich gibt es schon seit vielen Jahren auf der Frankfurter Buchmesse und er ist über die Zeit stetig gewachsen. Heute stellen hier ca. 500 internationale und nationale Verlage aus. Knapp die Hälfte davon sowie insgesamt über 1000 Aussteller zum Thema Kinder- und Jugendbuch. Diese thematische Bündelung macht es für Fachbesucher und Aussteller sehr einfach, ihre Geschäftsinteressen zu verfolgen. Der Kinderbuchmarkt ist in Deutschland stabil, in vielen anderen Ländern sogar im Wachstum. Deshalb – und aufgrund seiner engen Verbindung zum Thema Bildung – ist er einer der wichtigsten für die Frankfurter Buchmesse.

das spielzeug: Lassen sich aktuell bestimmte Trends erkennen, welche die Zielgruppeninteressen und somit auch die Produkte selbst betreffen?

Birgit Fricke: Weltweit haben natürlich das Internet und die steigende Verbreitung elektronischer Endgeräte einen Einfluss auf Themen und Produktwelten der Verlage. Sicherlich bieten sich durch diese Vernetzungsmöglichkeiten ganz neue Wege, den Leser direkt anzusprechen, aber für viele kleine und mittlere Verlage stellen die hohen Investitionskosten für das elektronische Geschäft eine große Herausforderung dar. Ein inhaltlicher Trend ist die Erweiterung der Altersgrenze für das Jugendbuch, das in «Nach-‘Harry Potter‘-Zeiten» auch bei den «New Adults» eine zunehmende Zahl an Fans findet.

das spielzeug: Welche Möglichkeiten des Austauschs zwischen Ausstellern und jungen Lesern sind auf den Fachveranstaltungen der Messe gegeben?

Birgit Fricke: Unsere Fachveranstaltungen richten sich in erster Linie an den B2B-Bereich und bieten einen großen Fundus an internationalem Medienwissen und Vernetzungsmöglichkeiten. Aber mit unseren neuen Angeboten für Kinder und Jugendliche bieten wir den Verlagen auch die Möglichkeit, direkt mit dem Leser in Kontakt zu treten. So bringen wir beispielsweise 500 Schüler als «Buchpiloten» auf die Messe, die an den interaktiven Stationen der kuratierten Programme erfahren, welche Verlage hinter den Büchern stecken, wie deren Arbeit aussieht und was es alles braucht, bis ein Buch erscheint. Darüber hinaus haben die jungen Leute am «Kids Friday» die Möglichkeit, die Autoren und Helden ihrer Lieblings-Lesewelten kennenzulernen. Im «Klassenzimmer der Zukunft» können schließlich viele verschiedene Unterrichtsinhalte mit neuen – vorwiegend elektronischen Möglichkeiten – erlebt, aber auch selbst mitgestaltet werden.

das spielzeug: Neben Verlagen und Illustratoren werden auch Spielwarenhersteller, Licensing-Unternehmen sowie internationale Experten aus diversen Mediensparten anzutreffen sein. Welche Rolle kommt bei dieser Branchenverknüpfung speziell den Vertretern der Spielzeugindustrie zu?

Birgit Fricke: Kaum ein anderer Buchmarkt hat so viele Berührungspunkte und Grenzübergänge zu anderen Industrien wie der des Kinderbuchs. Spielen und Lesen bilden von frühester Kindheit an eine Einheit und auch danach ist das Spiel aus dem Bereich der Bildung nicht wegzudenken. Damit ist es ein integraler Bestandteil unserer Kinderbuch-Abteilung. Eine der wichtigsten Fachbesucher-Gruppen für die Spielwarenhersteller sind sicherlich die Buchhändler, die eine zusätzliche stationäre Vertriebsmöglichkeit darstellen. Ebenso spielen die Themen «Non-Book» und «Merchandising» eine Rolle für den Kinderbuch-Markt sowie die damit verbundenen Licensing-Unternehmen. Und weil der Rechtehandel eine der Kernaufgaben der Frankfurter Buchmesse ist, finden ab dem Vormesse-Dienstag auf diesem größten Handelsplatz Lizenz-Verhandlungen im Viertelstundentakt statt.