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11.04.17 – Fachgeschäft Monat April

Erleben vor Ertrag

Selbst gebaute Spieltische, die zum Ausprobieren einladen und ein Team, das sich Zeit nimmt – im Spielzeugladen Nowak ist die Welt noch in Ordnung.

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Sind selbst Spielefans: Das Ehepaar Nowak führt den Laden aus Überzeugung.

 
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Die künftigen Azubis Kevin Ballé und Erik Pasedag (v. li.) sind auch mit vollem Einsatz dabei.

 
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Wenn man ins Industriegebiet von Rödermark/Oder-Roden abbiegt, rechnet man nicht damit, so etwas wie den Spielzeugladen der Familie Nowak vorzufinden. Relativ unscheinbar liegt dieser zwischen anderen Firmengebäuden an der Senefelder Straße, lediglich ein großes Schild hinterm Zaun zeigt dem Weitgereisten sein Ziel an. Am Eingang angekommen, begrüßt ein handgeschriebenes „Geöffnet“-Schild den Besucher, der nach dem Betätigen einer Klingel über eine verglaste Holztür den Laden betreten kann.

Drinnen fühlt man sich sofort heimelig: Die 100 m² lassen sich gut überblicken, niedrige Regale und ein großer Tresen in der Mitte strukturieren den Raum. Angenehm ist zudem, dass es keine grellen Aktions- und Preisschilder gibt. Ist doch etwas reduziert, ist der Hinweis im Stil des Türschildes handgeschrieben. Holzmöbel machen die gesamte Einrichtung aus, von denen der Großteil selbst gebaut wurde – schließlich ist der Inhaber Jürgen Nowak gleichzeitig ein Meister des Schreiner-Handwerks.

Vom Handwerker zum Händler

Die Schreinerei, vor 50 Jahren von Walter Nowak ins Leben gerufen, gibt es bis heute. Mehr noch: Aus dem Betrieb ist der Spielzeugladen ursprünglich hervorgegangen. Nachdem die Werkstatt aus Lärmschutz-Gründen in das Industriegebiet versetzt wurde, diente der Geschäftsraum zur Ausstellung von Küchenmöbeln. Zu Weihnachten 1998 hatte Jürgen Nowak dann eine spontane Idee, befeuert vom Kommentar einer Kundin, die Spielmöbel für einen Kindergarten abholte und fragte: „Sie können doch alles reparieren – warum bauen Sie dann nicht selber Spielzeug?“

Zwar hat man daraufhin nicht selbst gefertigt, doch fand das Thema Spielwaren schnell Platz im Schauraum. So wurde vor 17 Jahren eine kleine Theke für deren Verkauf eingerichtet. Da dies viel Anklang fand, wurde der Laden schließlich komplett umgestaltet: Die Küchenmöbel wurden verbannt, die Wände mit Holzregalen verkleidet, der Tresen und die sonstige Einrichtung von Familie Nowak maßgeschreinert und eingebaut. Tatkräftige Unterstützung kam indes von der Innenarchitektin und Frau des Hauses Bettina Nowak-Gorr, die seit 1994 dem Betrieb angehört. 2004 konnte der Spielzeugladen als solcher neu eröffnet werden. Noch immer befindet er sich unter einem Dach mit der Möbelwerkstatt, welche die Nowaks weiterhin parallel betreiben.

Familiär und menschlich

Das Team im Geschäft besteht derzeit aus fünf Personen: Jürgen Nowak und seine Frau, Neffe Andreas Preußer-Viereck, der seit 19 Jahren dabei und inzwischen Tischler-Geselle ist, sowie die künftigen Azubis Kevin Ballé im Einzelhandel und Erik Pasedag in der Schreinerei. Der Umgang miteinander ist sehr familiär, es gibt keine festen Hierarchien; „jeder macht auch mal sauber“, merkt Bettina Nowak-Gorr an. Wichtig ist dem Inhaber-Ehepaar vor allem, dass die Mitarbeiter motiviert sind – und da sei es wenig sinnvoll, Aufgabenbereiche fest aufzuteilen. Auch unter den beiden: „Ich sage immer, was gemacht werden soll und meine Frau macht, was sie will“, sagt Jürgen Nowak mit einem Schmunzeln. Wie in einer richtigen Familie eben.

Ist der Laden geöffnet, ist jeder der Mitarbeiter für die Kunden da. Ob für Testspiele, Erläuterungen oder persönliche Beratungsgespräche, jeder hat hier ein offenes Ohr und nimmt sich Zeit. Auf das Gegenüber einzugehen, hat dabei den höchsten Stellenwert. „Es kam auch schon vor, dass Kunden aufgrund der Beratung ein Produkt nicht gekauft haben“, erzählt der Geschäftsführer. Dies sieht er aber keineswegs als Rückschlag, sondern als Zeichen einer funktionierenden zwischenmenschlichen Kommunikation und eines Geschäftsethos, das höheren Werten folgt als wirtschaftlichem Erfolg.

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