06.01.26 – retailsolutions

KI-Trends 2026

Das Thema Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig und spielt auch im Handel zunehmend eine Rolle. In manchen Bereichen hat sich die Technologie sogar bereits etabliert. Für 2026, macht Jörg Frisch, Managing Partner der retailsolutions GmbH, fünf Retail-Trends aus, die die Branche bewegen werden.

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Konsistente Daten, KI-Assistenten, digitaler Lebensmitteleinkauf: Auch 2026 steht der Handel unter dem Einfluss von KI. © Meisenbach Verlag GmbH/KI generiert

 
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KI-Experte Jörg Frisch © Retailsolutions

 

„KI wird zwar nach wie vor stark mit Zukunftsfragen verbunden, gewinnt aber auch im aktuellen Tagesgeschäft an Relevanz“, sagt Jörg Frisch. Der Experte gibt einen Ausblick, welche Themen 2026 im Zusammenhang mit der Technologie für den Handel wichtig sein werden.

1. Konsistente Daten für KI und Analysen

Daten stellen das Fundament für KI-Anwendungen dar. Ohne ausreichende, qualitativ hochwertige Informationen lassen sich keine guten Ergebnisse erzielen. Im Handel sind zwar reichlich Daten vorhanden, aber oft unstrukturiert oder fragmentiert. Beispielsweise die SAP Business Data Cloud bietet für Unternehmen die Möglichkeit, Informationen – und zwar unabhängig davon, ob diese in SAP oder außerhalb gespeichert sind – in einer gemeinsamen, intelligent verknüpften Umgebung zusammenzuführen. Damit schafft die Plattform eine einheitliche Datenbasis als Grundlage für präzise Analysen, fundierte Entscheidungen und KI-gestützte Anwendungen.

2. KI-Agenten als Shopping-Assistenten

Laut dem Marktforschungsinstitut Kantar setzen bereits rund 24 % der KI-Anwender auf intelligente Shopping-Assistenten. Auch 2026 bleibt die Integration solcher Agenten ein relevantes Thema. Konsumenten könnten zunehmend ihre Kaufentscheidungen an die Agenten delegieren, um auf Basis von maschinenlesbaren Daten Produkte zu filtern und Kaufempfehlungen aussprechen zu lassen. Für Händler und Marken gilt es sicherzustellen, dass ihre Produkte und Inhalte für diese Agenten auffindbar und relevant sind. Generative Engine Optimization (GEO) hilft dabei, die Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchmaschinen zu erhöhen, und wird deshalb an Bedeutung gewinnen.

3. Digitaler Lebensmitteleinkauf

Seit der Coronapandemie hat sich der digitale Lebensmitteleinkauf in der Handelswelt etabliert. Laut Consumer Barometer 02/2025 nutzen bereits fast ein Viertel, 24 %, der jüngeren Konsumierenden zwischen 18 und 33 Jahren Onlinelieferdienste von Lebensmittelhändlern. Viele möchten in den kommenden Jahren noch häufiger Lebensmittel online einkaufen. Händler und Hersteller haben die Chance, diesen wachsenden Bedarf mit flexibler Distribution und digitalen Technologien aktiv voranzutreiben. Dafür gilt es jedoch noch bestehende Zweifel an Frische, fehlende Produktauswahl und Zusatzkosten gezielt zu adressieren. Händler sollten deshalb einen spürbaren Zeitgewinn, verlässliche und nachvollziehbare Qualität sowie transparente Kosten in den Vordergrund stellen.

4. Retail Media Networks

Retail Media Networks, kurz RMN, werden zunehmend zum Schlüsselfaktor, um die eigenen Kunden zu erreichen. Als Plattform sind sie leistungsstark und erzielen bessere Ergebnisse als digitale Anzeigen sowie höhere Kaufabsichten. Für die gezielte und personalisierte Ausspielung von Werbeanzeigen auf Websites, In-Store-Displays oder in Apps hängt der Erfolg allerdings maßgeblich von der Datenintegration aus verschiedenen Touchpoints ab.

5. Kürzere Lieferzeiten im E-Commerce

Laut einer Studie vom EHI Retail Institute und vom Marktforschungsinstitut ECDB verzeichnete der Onlinehandel in Deutschland 2024 erstmals seit 2021 wieder ein Umsatzwachstum. Für die folgenden Jahre wird mit weiteren positiven Entwicklungen gerechnet. Damit der E-Commerce weiterwächst, sind v. a. kürzere Lieferzeiten und planbare Liefertermine entscheidend. Viele Onlineshops haben ihren Lieferservice insgesamt weiterentwickelt, doch der Wunsch nach individuellen Zustellfenstern bleibt bislang weitgehend unerfüllt: Laut Studie ermöglichen nur 6,2 % der untersuchten Portale den Service eines persönlich festgelegten Zeitraums. Ebenso wenige, 6,8 %, informieren über eine konsolidierte Lieferung.