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13.06.17 – Debatte neu entfacht

Mehr verkaufsoffene Sonntage?

Die Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“ sagt dem Online-Handel den Kampf an. Doch nicht jeder hält Shoppen am Sonntag für eine gute Idee.

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Sonntagsöffnungen gelten als wichtiges Instrument im Stadtmarketing – können sie schon bald problemloser zu realisieren sein? © Pixabay

 

Vergangene Woche forderten Verantwortliche von Karstadt, Kaufhof und der KaDeWe-Group auf einer Pressekonferenz die vollständige Freigabe der Sonntagsöffnung. Derzeit dürfen Geschäfte nur zu einem besonderen Anlass am Sonntag öffnen. Wie oft, entscheiden die Länder: Vielerorts sind bis zu vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr erlaubt, in Berlin sind es sogar zehn – in Baden-Württemberg allerdings nur drei.

Gegen diese gesetzten Daten hat ver.di zuletzt häufig gekämpft. Dadurch entgehe den Warenhausketten laut eigenen Angaben rund 20 % des Umsatzes, der bisher an Sonntagen erlöst worden sei. „Wir fordern Waffengleichheit zum Online-Handel, der 20 bis 30 % seiner Umsätze an Sonntagen erzielt“, zitiert die Lebensmittel Zeitung Kaufhof Manager Armin Devender. Doch auch Kirchenvertreter wehren sich gegen dieses Vorhaben: Sie sehen darin einen „massiven Angriff auf die Rechtsgrundlagen der Sonntagsruhe“.

Einigkeit im Handel?

Auch aus den eigenen Reihen bekommt die Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“ nicht ausschließlich Unterstützung. So sind laut Angaben der Frankfurter Neuen Presse die Drogeriemarktketten dm und Rossmann mit der aktuellen Situation zufrieden. Verkaufsoffene Sonntage würden nicht flächendeckend zu höheren Umsätzen führen, da der Erfolg vom jeweiligen Standort abhängig sei. Albrecht Hornbach, Chef der gleichnamigen Baumarktkette, ergänzt: „Wäre jeder Sonntag verkaufsoffen, würde dieser besondere Charakter schwer zu halten sein.“

Karstadt-Chef Stephan Fanderl betonte laut Lebensmittel Zeitung während der Pressekonferenz: „Kein Unternehmen will 52 Sonntage im Jahr öffnen.“ Gewollt sei die Freiheit, vor Ort entscheiden zu können, wann die Geschäfte sonntags öffnen dürfen. HDE-Geschäftsführer Stefan Genth erklärt auf Nachfrage von das spielzeug: „Es ist es richtig, wenn der Handel seine Stimme erhebt: Die Klagen von ver.di machen die Sonntagsöffnungen gegenwärtig de facto unmöglich. Das schadet unseren Unternehmen, den Mitarbeitern und den Innenstädten, die mit rückläufigen Besucherfrequenzen kämpfen. Unsere Kunden wollen beides: Online shoppen und das Einkaufserlebnis in der Innenstadt. Und unsere Händler wollen und können ihnen beides bieten.“