07.01.26 – Fachgeschäft des Monats

Spielwaren Bente: Familientradition aus Oldenburg

Mitten in der Oldenburger Innenstadt verbindet „Spielwaren Bente“ Familientradition mit einem strukturierten Fachhandelskonzept. Unter der Leitung von Vanessa Bente setzt das Team auf hochwertige Spielwaren, fachkundige Beratung und ein breit gefächertes, tiefes Sortiment.

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Geschäftsführerin von „Spielwaren Bente“ ist Vanessa Bente, die das Geschäft von ihrem Vater übernommen hat. © Spielwaren Bente

 
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Stets an ihrer Seite sind ihre erfahrenen Mitarbeiterinnen Kerstin Hansen (li.) und Inna Hoffmann. © Spielwaren Bente

 
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„‚Spielwaren Bente‘ ist ein Familienbetrieb durch und durch“, sagt die langjährige Mitarbeiterin Inna Hoffmann. Gegründet in den 1930er-Jahren vom Großvater als vielseitiges Kaufhaus, entwickelte sich das Geschäft über die Jahrzehnte vom Verkauf von Elektronik, Fahrrädern und Geschenkartikeln zu einem reinen Fachgeschäft für Spielwaren. Unter Vanessa Bentes Vater wurde das Sortiment ausgeweitet, insbesondere Modellbahnen und Gesellschaftsspiele fanden den Weg ins Haus. 1989 erfolgte schließlich die Umbenennung zu „Spielwaren Bente“.

2025 übernahm Vanessa Bente die Geschäftsführung. Inna Hoffmann hat sie ausgebildet. „Es ist schön zu sehen, dass das Geschäft in der Familie bleibt“, sagt sie. Die Generationenbindung, das Fachwissen und die langjährige Erfahrung des Teams prägen den heutigen Betrieb.

Standort, Verkaufsfläche und Ladengestaltung

Das Geschäftshaus von „Spielwaren Bente“ liegt zentral in der Oldenburger Innenstadt, an einer stark frequentierten Haupteinkaufsstraße, zwei Gehminuten von einem Shoppingcenter und verschiedenen Filialisten entfernt und in Laufnähe zum Marktplatz, auf dem das Jahr über viele Veranstaltungen stattfinden. Die Verkaufsfläche beträgt 110 m². Gegliedert ist diese nach Warengruppen – manche Regale beinhalten ausschließlich Plüsch, Gesellschaftsspiele oder Holzspielzeug – und in sich nach Altersgruppen. Natürlich gibt es aber auch Themen- und Markenschwerpunkte, etwa einen eigenen Bereich für Lego oder für Puppen. Innerhalb der Warengruppen achtet das Team auf ein breites Angebot verschiedener Hersteller. „Unser Sortiment ist breit und tief“, sagt Inna Hoffmann.

Die zwei Schaufenster zeigen regelmäßig saisonale Angebote oder Neuheiten. Die Dekoration wird laufend angepasst, orientiert an Herstelleraktionen oder -neuheiten. Hat ein Hersteller ein neues Thema oder werden die Spiele des Jahres gekürt, kann es sein, dass man ihm bei „Spielwaren Bente“ ein ganzes Fenster widmet.

Besonders die Altersgruppe von null bis drei Jahren liegt Inna Hoffmann am Herzen: „Da kann man Kinder in ihrer Entwicklungszeit optimal unterstützen“, sagt die Einzelhandelskauffrau, die vor ihrer Tätigkeit bei „Spielwaren Bente“ eine Ausbildung zur Sozialassistentin gemacht hat, einer Vorstufe zur Erzieherin, aber letztlich nicht in diesem Berufsfeld arbeiten wollte. „Über verschiedene Praktika bin ich schließlich bei Herrn Bente gelandet und habe festgestellt, dass ich dank meiner Ausbildung gut beraten kann. Schließlich kenne ich die Entwicklungsstufen von Kindern und weiß daher, welches Spielzeug sich für welches Alter eignet.“

Teamstruktur und Arbeitsalltag

„Spielwaren Bente“ beschäftigt fünf fest angestellte Mitarbeiter, zwei Mini-Jobber und saisonal zusätzliche Kräfte in der Weihnachtszeit. Die Geschäftsleitung ist in Vollzeit tätig, Inna Hoffmann selbst arbeitet rund 34 Stunden pro Woche. Die Mischung aus festen und flexiblen Arbeitskräften ermöglicht es, saisonale Spitzen abzudecken und gleichzeitig eine gleichbleibend hohe Servicequalität zu gewährleisten.

Jeder Mitarbeiter hat individuelle Schwerpunkte und bringt Spezialwissen in einem bestimmten Bereich mit. Alle werden darüber hinaus regelmäßig geschult, sodass jederzeit eine kompetente Beratung in allen Warengruppen gewährleistet ist. Inna Hoffmann: „Jeder Mitarbeiter kennt sich in jedem Bereich aus und es steht immer jemand zur Verfügung, der gut beraten kann. Das ist uns ein Anliegen.“

Besondere Herausforderungen

Die Unternehmensgeschichte von „Spielwaren Bente“ ist von Anpassungsfähigkeit geprägt. Während der Coronapandemie zog das Geschäft vom ersten Stock des Gebäudes in das Erdgeschoss. Damals musste das unten liegende Geschäft für Damenoberbekleidung leider schließen. „Bevor es leer steht, dachten wir uns, ziehen wir kurzerhand nach unten um und versuchen unser Glück.“ Die nun barrierefreie Lage ohne Treppe wurde von den Kunden sehr gut angenommen.

Ein weiterer prägender Moment war ein Wasserschaden im Jahr 2024, der den Laden fast einen Monat lahmlegte. Das Wasser stand knöcheltief im Haus, beschädigte den Fußboden und zahlreiche Waren. Regale mussten zerlegt, die Ware in den ersten Stock gebracht, getrocknet und neu eingeräumt werden. Hoffmann zieht Bilanz: „Das war anstrengend, wir sind froh, dass es vorbei ist. Es hat uns viel Kraft gekostet, aber es war eine Teamleistung – und der Boden ist jetzt schön.“

Sortimentsstrategie: Qualität, Auswahl und Trends

Die Auswahl der Produkte für das Sortiment folgt einer klaren Philosophie: „Wir stehen hinter der Ware. Wir mögen sie selbst, würden sie auch in der Familie verschenken oder unseren eigenen Kindern zum Spielen geben“, betont Inna Hoffmann. Neben Margen zählen also auch Qualität, Nachhaltigkeit und Kundennutzen.

Die wichtigsten Lieferanten bei „Spielwaren Bente“ sind Goki, Schmidt Spiele, Ravensburger, Kosmos und Sigikid. „Die großen Hersteller unterstützen mit Außendienst, Beratung und Kulanz“, sagt Inna Hoffmann. „Wir haben das Gefühl, dass sie es gut finden, dass es noch kleine Fachhändler wie uns gibt.“

Neue Produkte sichtet das Team auf den Hausmessen der Vedes, wo „Spielwaren Bente“ Mitglied ist, bei der Spielwarenmesse in Nürnberg oder bei Vertreterbesuchen, bei denen sie häufig auch Infos dazu erhalten, welche Artikel derzeit bei anderen Händlern gut laufen. Entscheidungen über Trends erfolgen aber bewusst: „Wir machen nicht alles mit. Schnelllebige Trendartikel übernehmen sowieso die Filialisten – wir entscheiden selbst, was zu uns passt.“ Kundenwünsche fließen hingegen direkt in die Sortimentsplanung ein, sodass Produkte bei mehrfacher Nachfrage geprüft und ggf. aufgenommen werden.

Die Verbandsmitgliedschaft bei Vedes erleichtert außerdem die Rechnungsabwicklung und reduziert den Verwaltungsaufwand.

Kundenorientierung, Service und Social Media

Kundenzufriedenheit hat höchste Priorität. Das Team bietet daher Geschenkverpackung, Bestellservice für nicht vorrätige Ware und Reklamationsbearbeitung, z. B. bei Puppen, die restauriert werden müssen. „Wir möchten, dass die Kunden zufrieden und happy den Laden verlassen – das steht bei uns an erster Stelle“, sagt Inna Hoffmann. „Und zwar unabhängig davon, ob sie etwas gekauft haben oder nicht.“

Außerdem werden regelmäßig Aktionen zur Kundenbindung durchgeführt. Dann gibt es beispielsweise kleine kostenlose Giveaways wie Mini-Spiele oder Ausmalhefte zu jedem Einkauf oder Gewinnspiele. „Vor Kurzem hatten wir eine Kooperation mit Steiff“, berichtet Inna Hoffmann. „Kinder durften im Rahmen eines Malwettbewerbs einen Dino malen. Die Gewinner erhielten einen großen Plüsch-Dinosaurier. Und am letzten verkaufsoffenen Sonntag haben wir in Zusammenarbeit mit Kosmos ein Glücksrad rund um das Thema ‚Die drei ???‘ aufgestellt. Hier konnten die Kinder Bücher gewinnen.“

Social Media unterstützt die Kundeninformation: Auf Instagram und Facebook werden Neuheiten, Angebote und Nachbestände veröffentlicht. Die Beiträge erfolgen situativ und reagieren auf aktuelle Kundenanfragen.

Saisonale Schwerpunkte

Weihnachten, Ostern und Schulanfang sind besonders relevante Verkaufsphasen bei „Spielwaren Bente“. Im Sommer und zur Ferienzeit gibt es vermehrt Outdoor- und Actionspielzeug, während zu Karneval, Halloween oder Laternenumzüge kleinere saisonale Angebote wie Verkleidungen, Laternen oder Deko-Artikel ihren Weg in die Regale finden. Etwa alle zwei bis drei Monate plant das Team die nächsten Aktionen und passt die Präsentation und das Sortiment entsprechend an.

Branchensituation und Zukunftsperspektiven

Die Spielwarenbranche stellt kleine Fachhändler vor Herausforderungen. Das erlebt man auch bei „Spielwaren Bente“. Preiswettbewerb ist hier ein zentrales Thema, insbesondere wenn Discounter identische Produkte deutlich günstiger verkaufen. „Das ist bitter, gerade zu Weihnachten, wenn die Kunden die identischen Spiele woanders so viel billiger sehen“, findet Inna Hoffmann.

Auch der Fachkräftemangel, sterbende Innenstädte und sich verändernde Einkaufsgewohnheiten wirken auf den Betrieb ein. „Oldenburg ist glücklicherweise noch eine Stadt, in der Kunden bewusst einkaufen“, sagt Inna Hoffmann. „Sie legen Wert auf Qualität und persönliche Beratung – und das spüren wir täglich.“