Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

16.03.15 – Spielwarenmesse

Laufsteg für Produkte

Trotz sinkender Besucherzahlen fiel das Resümee zur 66. Spielwarenmesse, die vom 28.1. bis zum 2.2. in Nürnberg stattfand, positiv aus. Dazu trugen der Ausstellerrekord, die wachsende Internationalität und das innovationsstarke Produktprogramm bei, das teilweise von Models präsentiert wurde.

Toy Award 2015 Gewinner

Die Toy Award-Gewinner wurden im Rahmen der feierlichen Eröffnung von Messechef Ernst Kick (links) geehrt.

 
Toy Preview Eröffnung

Der Startschuss zur Toy Preview fiel am 27.1. mit einer Rolltreppenparade zahlreicher Walking Acts.

 
Alle Bilder anzeigen

Bühne frei! Bereits auf der Press Preview setzten Firmen auf TV-Prominenz, die ihre Neuheiten aufmerksamkeitsstark zur Schau stellten. Mit Rebecca Mir und Jana Ina Zarella hatten Ravensburger und Mattel sogar echte Models engagiert. Das Bild ansehnlicher Produktpräsentatoren oder Walking Acts setzte sich an einigen Ständen fort. Kein schlechter Schachzug, denn die Spielwarenmesse konnte in diesem Jahr vor allem durch ihr vielfältiges Produktangebot punkten. Wie der Vorstandsvorsitzende Ernst Kick auf der Abschlusspressekonferenz mitteilte, sei mit 2857 Ausstellern (2014: 2748) aus 67 Ländern ein neuer Rekord aufgestellt und bereits ein guter Grundstein für das nächste Jahr gelegt worden.

Nicht ganz so rosig sieht es auf Handelsseite aus, die ein deutliches Abbild der aktuellen Marktentwicklungen zeigt: Rund 72 000 Fachbesucher kamen nach Nürnberg – im Vorjahr waren es noch 75 088. Während sich der Anteil an internationalen Einkäufern auf 58% erhöhte, sank die Zahl der deutschen Händler um ca. 3%. Laut Kick liegen die Gründe schlichtweg in Geschäftsaufgaben, einer kürzeren Verweildauer und kleineren Einkaufsteams. Alle wichtigen Entscheider der Branche seien jedoch vor Ort gewesen. Man erfülle die Scharnierfunktion zwischen Hersteller und Handel ausgesprochen gut – immerhin würden 35,1% der Besucher auf keine andere Messe gehen.

Der Mix macht‘s

„Nürnberg ist der Laufsteg für Produkte“, bestätigte auch Willy Fischel, Geschäftsführer vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS). Die positive Entwicklung des Gesamtmarktes habe bereits im Vorfeld ein gutes Fundament für ein erfolgreiches Messegeschäft geboten. Dem Experten zufolge können die Fachhändler vor allem von Randsortimenten profitieren, die zu einem optimierten Multi-Channel-Auftritt beitragen würden. Ob das Segment „Lifestyle und Trendartikel“, das sich in diesem Jahr erstmals auf einer eigenen Fläche darstellte, Produkte aus dem Baby- und Kleinkindbereich oder der PBS-Branche, die mit der Insights-X im Oktober eine eigene Veranstaltung erhält – Fischel zufolge sende die Spielwarenmesse wichtige Signale über das Zukunftspotenzial der ausgestellten Waren aus. Doch ohne Schweiß kein Preis: Bei der Bearbeitung der insgesamt 18 Hallen könne man sich seiner Meinung nach durchaus als Leistungssportler betrachten, würde aber auch einen gesunden Branchenmix erhalten.

Wie Ernst Kick mitteilte, nutzen die Fachbesucher die Trend Gallery in der Halle 3A immer intensiver zur Orientierung. Auf Interesse stießen in diesem Jahr die drei Trendströmungen „Little Scientists“ (Produkte für kleine Forscher), „Express Yourself“ (Kreativartikel zur Selbstverwirklichung) und „Beyond Reality“ (Spielwaren mit elektronischen Raffinessen) – die Ausstellungsfläche lieferte Beispiele und Hintergründe. Ebenfalls gut besucht war das dort integrierte Toy Business Forum, das täglich zukunftsweisende Vorträge namhafter Referenten bereithielt. Unsere Fachzeitschrift „das spielzeug“ agiert hier als langjähriger Medienpartner und beteiligte sich darüber hinaus aktiv am Sonntag Plus, der Händlern Mehrwerte schaffen soll. An unserem neu designten Messestand im Foyer der Halle 12.0 war ein beidhändiger Schnellzeichner im Dauereinsatz.

Innovationskraft der Branche

Doch zurück in die Trend Gallery, wo auch die Toy Award-Gewinner begutachtet werden konnten: Im Bereich „Baby & Infant“ kamen die „Roll Around Rattles“ von Skip Hop aufs Siegertreppchen, während der „Highwayfreak“ aus dem Hause Scoot& Ride zum besten „Preschool“-Produkt gekürt wurde. Spin Masters „Zoomer Dino“ konnte sich in der Kategorie „Schoolkids“ durchsetzen. Und den „Teenager & Family“-Award gewann schließlich Horizon Hobby für seinen „Hobbyzone Sport Cub Safe“. Andere Unternehmen standen in diesem Jahr an Einfallsreichtum kaum nach, wie die hohe Zahl von 601 Produkteinreichungen (2014: 491) zeigte.

„Wir sind am Puls der Zeit“, freute sich Uli Brobeil, Geschäftsführer vom Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI), der sowohl in Deutschland als auch weltweit ein kontinuierliches Wachstum feststellen kann. Erst im Dezember habe die Spielwaren-Industrie mit 9% das größte Wachstum seit 2008 verzeichnen können. Nun würde der Markt gerade im Lizenzbereich von mehreren Filmen profitieren – allen voran „The Avengers“, „Jurassic World“, „Minions“ und „Star Wars“. Zuversicht gebe außerdem das veränderte Verbraucherverhalten: „Gefragt sind wertige Spielwaren, keine Billigartikel“, so Brobeil. Allen voran elektronische Spielwaren und Lernspielzeug. Absolute Highlights seien Helikopter und Quadro-Copter mit Kamera, humanoide Roboter und interaktive Dinos. Hinzu kommt, dass immer mehr klassische Spiele auch Varianten für Tablet und Handy bieten würden. Die Vielfalt, der Mix aus Tradition und Technik, sei unverkennbar.

Als den „Marktplatz der Innovationen“ betrachtet der DVSI-Chef die Spielwarenmesse. „Uns alle freut sehr, dass wir eine Vermarktungsplattform geschaffen haben, die unsere Aussteller regelmäßig als gut quittieren“, sagte Ernst Kick. Laut einer Befragung wollen 90% der Unternehmen wieder dabei sein, wenn sich die Branche vom 27.1. bis 1.2.2016 in Nürnberg trifft. Dann wird sicherlich auch wieder die Fußgängerzone zum Laufsteg werden. Dieses Jahr nahmen im Rahmen des Innenstadtprogramms „Toy City“ 205 Maskottchen an der „Toon Walk“-Comicparade teil und machten die Frankenmetropole zum Europarekordhalter. (sw)

„Uns alle freut sehr, dass wir eine Vermarktungsplattform geschaffen haben, die unsere Aussteller regelmäßig als gut quittieren.“