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01.03.14

Auf der Suche nach Highligts

Die 65. Spielwarenmesse liegt hinter uns – wir wollten von drei Fachhändlern wissen, mit welchen Erwartungen sie an die diesjährige Veranstaltung herangegangen sind und wie nun ihr Fazit lautet.

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Wolfgang und Andrea Sarau aus Bargteheide vor dem 32 000teiligen New York-Puzzle am Ravensburger Stand.

 
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Schätzen an der Spielwarenmesse vor allem auch den fachlichen Austausch mit Verbandskollegen: Anne und Dieter Gössler.

 
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Wolfgang Sarau (Duo-Mitglied), «Sammeln & Schenken», Bargteheide:

«In diesem Jahr waren meine Frau und ich von Samstag bis Montag auf der Spielwarenmesse. Gerade der letzte Tag eignet sich unserer Meinung nach besonders gut, um sofort und unkompliziert Termine bei einzelnen Ausstellern zu bekommen. Grundsätzlich haben wir keine allzu hohen Erwartungen, bevor wir nach Nürnberg fahren, denn neue Hypes verstärken nur das Basisgeschäft, können es aber nicht ersetzen. Um auch in der Zukunft bestens gegen Discounter und Drogerieketten sowie gegen die starke Konkurrenz aus dem Internet aufgestellt zu sein, haben wir uns vielmehr gezielt auf die Suche nach neuen Händlern und innovativen Produkten gemacht. Unsere speziellen Highlights, die gut in unser Sortiment passen, sind die neuen «Transformers»- und «Star Wars»-Figuren der kommenden Serie, die sicherlich Akzente setzen werden. Außerdem erwarte ich von dem «Farm Life»-Warenträger von Schleich positive Aspekte für Mädchen. Aus unserer Erfahrung heraus betrachtet, haben sich die Messebesuche in Nürnberg durchaus verändert. So haben wir den Aufenthalt dort seit drei Jahren von zwei auf nunmehr drei Tage verlängert, um genügend Zeit für Neues zu haben. Das ist in der jüngsten Vergangenheit wichtiger denn je geworden. So besuchen wir nicht nur die Nürnberger Spielwarenmesse, sondern auch die beiden Hamburger Ordermessen Nordstil und das Duo-Forum in Berlin. Je öfter man sich mit den Herstellern und Lieferanten trifft, desto mehr wird man von ihnen auch wahrgenommen – Kontinuität bringt durchaus entscheidende Vorteile. So profitieren wir manchmal von unserem Bekanntheitsgrad im Einkauf, falls Sonderposten, Überhänge oder Ähnliches angeboten werden. Außerdem müssen wir doch froh sein, dass die weltgrößte Spielwarenmesse in Deutschland und nicht irgendwo anders auf der Weltkugel stattfindet!»

Dieter Gössler (Idee+Spiel-Mitglied), «Gössler Eisenwaren Modellspielwaren», Illertissen: «Aus meiner über 35-jährigen Erfahrung heraus betrachtet kann ich sagen, dass sich die Besuche auf der Spielwarenmesse in den letzten Jahren durchaus verändert haben. So fehlt uns eindeutig der Überraschungseffekt bei den Neuheiten, da wir ja bereits im Vorfeld der Veranstaltung alle Kataloge und Infos zugeschickt bekommen. Noch vor wenigen Jahren konnte man das eine oder andere interessante Produkt entdecken, jetzt sind wir schon vorher umfassend informiert. Vor allem im Modellbahnbereich aber vermissen wir echte Novitäten, die eine breite Zielgruppe und nicht nur vereinzelte Freaks ansprechen. Früher sind meine Frau und ich auch einen Tag länger nach Nürnberg gefahren, um uns gezielt auf die Suche nach Innovationen zu machen. Heute konzentrieren wir uns lediglich auf zwei Tage – hier haben sich Donnerstag und Samstag bewährt. Um weitere Kosten zu sparen, übernachten wir nicht vor Ort, sondern fahren mit dem Zug hin und her. Um alle Lieferanten besuchen zu können, teilen sich meine Frau und ich das Aufgabengebiet: während sich Anne in erster Linie in den Hallen 8 bis 12 umschaut, obliegen mir die Hallen 4 bis 7. Besonders genießen wir, dass man zur Spielwarenmesse viele langjährige Kollegen trifft, mit denen man sich bei dieser Gelegenheit austauschen kann und auf diese Weise die eine oder andere Anregung erhält. Hier fungiert vor allem das Messebüro von Idee+Spiel im Service-Center Ost als zentrale Anlaufstelle für zahlreiche unserer Verbandsmitglieder – ein Treffpunkt, den wir nicht missen möchten.»

Petra und Thomas Schenderlein (Vedes-Mitglied), «Spielkiste in den Arcaden», Gera: «Mein Mann und ich haben uns fünf ganze Tage, von Mittwoch bis Sonntag, auf der Spielwarenmesse aufgehalten. Wir sind uns bewusst, dass diese relativ lange Aufenthaltsdauer ganz entgegen dem Trend vieler Kollegen ist, welche ihren Aufenthalt immer mehr verkürzen. Obwohl wir so lange unterwegs sind, sehen wir trotzdem nur einen Bruchteil des gigantischen Angebots in Nürnberg. Für unsere sieben Mitarbeiter mieten wir extra einen VW-Bus an, so dass alle zusammen die Messe besuchen und sich über Neuheiten informieren können. Speziell der Tag des Fachhandels am Sonntag bietet dazu die optimalen Bedingungen!

Wie jedes Jahr wollen wir so viel wie möglich sehen, denn nur hier auf der Messe bekommt man Neuheiten und aktuelle Trends aus der ganzen Welt präsentiert. Wir besuchen viele große und kleine Firmen, lassen uns aber auch Zeit, abseits der breiten Gänge nach Neuheiten Ausschau zu halten. Wir wollen die Neuheiten sehen, anfassen und nachdem wir für unser Geschäft eine Vorauswahl getroffen haben, gleich bestellen. So schreiben wir alle Neuheiten-Aufträge auch direkt vor Ort. Wichtig für uns sind auch die vielen Gespräche am Rande mit interessanten Vertretern der Spielwarenbranche aus Industrie und Handel – wir nehmen aus diesen Gesprächen sehr viel mit. Es gibt immer wieder Dinge, die im eigenen Unternehmen optimiert werden können. Unser persönliches Highlight auf der Spielwarenmesse war für uns «Rainbow Loom». Mit diesen Gummibändern lassen sich ganz kreativ coole Armbänder und Ringe gestalten. Überaus begeistert waren wir auch von der «Kindertagesstätte» von Playmobil – das ist so richtig etwas aus dem Alltag der Kinder, einfach toll gelungen. Auch wenn uns das «Monopoly» jedes Jahr in neuen Varianten bei Hasbro vorgestellt wird, so empfinden wir «My Monopoly» doch als Highlight. Aufgefallen ist uns, das viele Hersteller Renner aus vergangenen Tagen wieder auskramen, aufpeppen und als Neuheit präsentieren. Diesen Trend beobachten wir schon länger. Weiterhin haben wir festgestellt, dass viele Dinge immer kleiner werden, weil die Kinderzimmer mittlerweile gut bestückt sind und der Platz begrenzt ist. Stellvertretend seien hier auch die handtellergroßen RC-Hubschrauber genannt, die zum Spielen zu Hause einladen.

Die zurückliegende Messe war mittlerweile auch schon unsere 24. Messe nach der Wende – vieles wurde in den Jahren geändert: So werden immer Informationen durch den Spielwarenkongress u.a. Vorträge geboten. Mit der Erweiterung der Messe durch die Halle 3A wurde vielen Ausstellern aus dem Bereich Holz, Baby und Karneval mehr Platz eingeräumt. Wir persönlich vermissen das Thema Schulbedarf. Gern erinnern wir uns an die Messen, als ein Großteil der Halle 9 dem Thema gewidmet war und man hier auf einem toll gestalteten Schulhof noch zum Verzehr des Pausenbrotes eingeladen wurde.»