13.01.26 – Verbraucherstimmung zum Jahresanfang
Eher trübe Aussichten
Die Konsumstimmung in Deutschland beendetet das Jahr 2025 laut dem Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) mit dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Das neue beginnt den Experten zufolge zwar mit einer leichten Stimmungsaufhellung, insgesamt sind die Aussichten jedoch eher trüb.
Die Stimmung der Verbraucher ist dem aktuellen Konsumbarometer des HDE zufolge besser als noch vor einem Jahr. Allerdings, so die Handelsexperten, bleibt die Kaufzurückhaltung weiterhin bestehen. Weil die Anschaffungsneigung im Vergleich zum Vormonat also sinkt und gleichzeitig die Sparneigung ansteigt, zeigt sich den Experten zufolge eine Verlagerung vom Konsumieren hin zum Sparen. Der HDE geht davon aus, dass die Verbraucher in den kommenden Wochen ein Finanzpolster aufbauen wollen und deshalb kein größeres Wachstum beim privaten Konsum zu erwarten ist. Allerdings gebe es Grund zur Hoffnung: Die Verbraucher blicken dem Konsumbarometer zufolge nämlich etwas optimistischer auf die kommende Konjunkturentwicklung. Die Erwartungen diesbezüglich hellen sich demnach im Vergleich zum Vormonat auf und fallen sogar besser aus als vor einem Jahr. 2026 scheint also insgesamt mit der Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung verbunden.
Dem entgegen stehen jedoch die Aussichten des GfK Konsumklimas powered by NIM, wonach die Konsumlaune der Verbraucher im Januar deutlich zurückgeht. Auch das Handelsblatt beschäftigte sich zuletzt mit dem nicht anspringenden privaten Konsum und fragte: „Wann wird’s mal wieder richtig Aufschwung?“. Laut amtlicher Daten habe der private Konsum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar im dritten Quartal 2025 um 1,1 % zugelegt, jedoch habe er damit lediglich das Niveau von Ende 2019 erreicht. Von Wachstum also keine Spur. Die Verbraucherstimmung, so stellt das Handelsblatt weiterhin fest, sei heute ähnlich schlecht wie zum Jahresstart 2025. Viele Menschen hätten das Gefühl, in den vergangenen Jahren ärmer geworden zu sein. Dass dieser Anschein nicht trügt, belegt das Blatt mit Zahlen: So seien zwar die Reallöhne im dritten Quartal 2025 um 2,7 % höher als im Vorjahresquartal gewesen. Doch damit waren sie immer noch niedriger als im dritten Quartal 2019, also vor dem Pandemieausbruch. Auch gestiegene Sozialausgaben (Stichwort: Zusatzbeitrag zur Krankenkasse) und die Lage auf dem Arbeitsmarkt mit laut Bundesagentur für Arbeit (BA) „historischem Tiefstand“ bei den neu geschaffenen Stellen, tragen laut Handelsblatt zur schlechten Verbraucherstimmung bei. Das Handelsblatt Research Institute geht indes davon aus, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigen wird – ebenfalls keine guten Voraussetzungen für den privaten Konsum.



