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09.11.15 – Gastspiel von Christian Krömer

Expansion mit kritischem Weitblick

Mit 19 Filialen in Bayern stellt „Spielwaren Krömer“ ein Paradebeispiel in unserer Branche dar. Junior-Chef Christian Krömer erläutert das Erfolgsrezept.

Spielwaren Krömer

Spielwaren Krömer zeigt in Bayern große Präsenz – nicht nur in Innenstädten und Gewerbegebieten, sondern auch in Shopping Centern und kleineren Orten.

 
Krömer

Christian Krömer betreibt mit seiner Familie insgesamt 19 Filialen.

 

Laut einer IFH-Studie sind 45.000 stationäre Geschäfte in den nächsten fünf Jahren von einer Schließung betroffen. Diese Zahl hört sich brutal an – und trotzdem kommt sie nicht überraschend für uns. Diese Entwicklung können wir schon seit Jahren beobachten. Und hier kommt nun „Spielwaren Krömer“ und eröffnet ein Geschäft nach dem anderen in einer totgesagten Branche. Das hört sich verrückt an. Ist das nun abwegig oder genau der richtige Weg?

Als meine Eltern Sylvia und Jürgen Krömer 1984 in Schrobenhausen ein Spielwarengeschäft eröffneten, konnten beide nicht ahnen, dass 2015 über 19 Filialen der Name „Spielwaren Krömer“ steht. Als mein Bruder und ich in das Unternehmen eingestiegen sind, war uns klar, dass wir mit den zum damaligen Zeitpunkt zwei Geschäften auf Dauer keine drei Familien ernähren werden können. Also haben wir versucht, uns vorsichtig zu vergrößern und mit weiteren Geschäfte zu expandieren. Zuerst in der direkten Region, nach und nach aber auch in etwas größerem Radius.

Ziemlich schnell stellten wir fest, dass es mit der wachsenden Anzahl an Aufgaben nicht mehr möglich ist, dass jeder alles macht. Der logische Schritt war, dass wir ein Zentrallager bauen, aber auch unsere eigenen Aufgabengebiete komplett splitten und jeder für bestimmte Aufgaben die Zuständigkeit bekommt.

Hier muss ich auch das Vertrauen unserer Eltern in die jüngere Generation hervorheben. Von Anfang an konnten wir mitbestimmen und schon nach kurzer Zeit ganze Zuständigkeitsbereiche selbständig führen. Hier kommen wir auch schon zum ersten Punkt, warum viele Geschäfte schließen müssen: Es gibt so viele Händler, die keinen geeigneten Nachfolger im Haus haben. Wer seinen Nachwuchs sein Unternehmen übergeben möchte, der muss es ihm schmackhaft machen.

Mutige Entscheidungen treffen

Natürlich baut man eine Zentrale mit Weitblick, weshalb wir unser Lager auf mehr als die zu dem Zeitpunkt sieben Geschäfte ausgelegt hatten. Investition muss sich wieder refinanzieren und so zog diese strategische Weiterentwicklung zwangsläufig weitere Standorte mit sich. Wir haben in den letzten Jahren viel experimentiert und Erfahrungen gesammelt und uns ganz bewusst breit aufgestellt.

Wir besitzen Geschäfte in Innenstädten, in Gewerbegebieten, an Tourismus-Standorten, in kleinen Orten, in Nahverbraucher-Zentren und seit heuer auch in Shopping-Centern, weil wir einfach wissen wollten, welche Konzepte uns zum Erfolg führen. Und das ist ein Prozess, der für unsere Entwicklung einfach wichtig war und ist. Man muss einfach mal etwas versuchen und mutige Entscheidungen treffen.

Nun gehören uns 19 Spielwaren-Geschäfte in Bayern – dadurch geben wir Spielwaren in vielen Orten eine Präsenz, die heute schon keine Spielwarengeschäfte mehr hätten. Weil es für einen einzelnen Händler doch immer schwieriger wird sich zu halten, wenn er nicht gerade über eine eigene Immobilie in einer Top-Lage mit möglichst wenig Personal und viel Eigenleistung verfügt. Wir sehen doch überall in den Städten, wie die Einzelkämpfer aufgeben müssen, weil sie am Ende des Jahres schlichtweg kein Geld verdient haben.

Auch für uns ist es schwierig, den Ansprüchen auf dem Markt gerecht zu werden. Der Kunde will die sofortige Verfügbarkeit der Ware, den tollen Preis, sämtliche Serviceleistungen, einen modernen Ladenbau und top-qualifiziertes Personal. Und das sollen wir nun mit den immer schwächer werdenden Margen bieten können? Hier ist die Industrie gefordert, uns zu unterstützen,damit Spielwaren in Zukunft noch stationär zu finden sind! Wir müssen gemeinsam einen Weg finden, die düsteren Prognosen etwas einzudämpfen und unsere tolle Branche weiterhin präsent zu halten.

Ob „Spielwaren Krömer“ nun erfolgreicher ist als andere Konzepte? Ich werde es Ihnen heute nicht beantworten können. Wie viele Geschäfte wir in fünf Jahren haben werden? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass wir uns alle weiterentwickeln und uns ständig hinterfragen müssen, wenn wir weiterhin bestehen möchten.