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01.02.16

Kommt das kontaktlose Bezahlen?

Bargeldlose Zahlarten, allen voran die Giro-Karte, sind seit Jahren weit verbreitet. Neue Technologien versprechen noch einfacheres Shoppen durch kontaktloses Bezahlen per Smartphone oder Chip-Karte. Doch wie zuverlässig ist die Technik aktuell? Und vor allem: Will der Verbraucher sie überhaupt nutzen?

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Bezahlen mit dem Smartphone: Via NFC lassen sich Daten kontaktlos aus geringer Distanz übertragen. Foto: obs/Unternehmensgruppe ALDI NORD

 

Es klingt erst einmal vielversprechend: Beim kontaktlosen Bezahlen werden Kleingeld und Portemonnaie als überflüssiger Balast durchs Smartphone oder auch eine Chipkarte ersetzt. Unkompliziert, schnell und daher auch für den Handel attraktiv scheinen mobile Payment-Modelle, wie sie z. B. bereits Apple derzeit in den USA anbietet: Dabei hält der Kunde sein Handy einfach vor das Bezahlterminal und bestätigt die Zahlung mit seinem Fingerabdruck.

Hierzulande gibt es noch kein Apple Pay, dafür eine Vielzahl anderer Anbieter kontaktloser Zahlungsweisen. Verfügbar sind mehrere technische Umsetzungen: bei den Smartphones etwa Bezahl-Apps, QR-Codes oder NFC, also die drahtlose Datenübertragung zwischen zwei Geräten. NFC, Near Fild Communication, ist auch als Chip in die entsprechenden Kreditkarten integriert, wie sie inzwischen mehrere Banken anbieten.

Und auch die großen Einzelhandelsketten und Nahrungsmitteldiscounter springen auf: So gab z. B. jüngst Aldi Nord die Akzeptanz von kontaktloser Smartphone-Bezahlung sowie der kontaktlosen Debit-Bezahlkarten Maestro (paypass) und V-PAY (payWave) bekannt. Andere wie Edeka und Netto setzen auf in die eigene App integrierte Varianten.

Nur 2 % zahlen mit dem Handy

Dennoch ist die Nutzung derzeit gering: Nur 2 % haben laut Bundesbankstudie bereits mit ihrem Handy bezahlt, knapp 60 % der Verbraucher ist zumindest die Möglichkeit bekannt. Wenig besser sieht es bei den kontaktlosen Karten aus: Zwar nutzen 9 % der Befragten diese Option, dafür haben auch 46 % noch nie von der Methode gehört.

Neben der Vorliebe der Deutschen für Bargeld erschwert die mangelnde technische Ausstattung die Verbreitung: Von rund 800.000 Bezahlterminals sind laut Bitkom aktuell rund 60.000 NFC-fähig, also in der Lage, draht- und kontaktlos Daten zu übertragen. Die Entwicklung der mobilen und kontaktlosen Bezahlverfahren beschreibt auch HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel als „zögerlich”.

Probleme sieht er v. a. in der noch nicht flächendeckenden Verbreitung von NFC-Kreditkarten, zudem sei auch noch lange nicht jedes Smartphone NFC-fähig. Und wenn, dann seien erstmal mehrere komplizierte Schritte nötig, um die unkomplizierte Zahlung möglich zu machen. Daneben sei bis jetzt noch nicht klar, wie sich letztlich der Verbraucher verhält: „Die Frage, ob ein Hype losbricht, ist noch offen”, so Binnebößel.

Nichtsdestotrotz weist er auch auf die Potenziale hin: Von Vorteil sei u. a. die gegenüber Steckkartensystemen robustere Technik, daneben könne sich die Tatsache, dass der Kunde die Karte nicht mehr aus der Hand geben muss, als Vertrauensvorteil motivierend auf das Kaufverhalten auswirken.

Sollte sich das mobile Payment via Smartphone durchsetzen, sieht Binnebößel zudem interessante neue Möglichkeiten für Kundenbindungsprogramme. Prinzipiell ist das kontaktlose Zahlen dem Experten zufolge ein wichtiges Zukunftsthema: „Der Handel kann erst einmal gelassen bleiben, sollte aber nicht die Augen verschließen”, so Binnebößel.

Die Verbreitung werde sich in Zukunft allein durch die Tatsache steigern, dass die Akzeptanz mit jener der Kreditkarten Mastercard und Visa verknüpft werde: Wer Kreditkarten akzeptiert, muss bald automatisch auch die kontaktlose Variante annehmen. Aus technischer Hinsicht steht dem kontaktlosen Bezahlen in Zukunft also nichts mehr im Wege.

NFC – was ist das?
Near Field Communication ist ein neuer Funkstandard zur drahtlosen Datenübertragung. Die Besonderheit liegt darin, dass die beiden Geräte für eine Datenübertragung in einem geringen Abstand von wenigen Zentimetern aneinander gehalten werden müssen.

Dies macht die Technik sicher durch Abhörung von außen. Der Zahlvorgang wird darüber hinaus autorisiert, z. B. per PIN-Eingabe, Unterschrift oder Fingerabdruck. Dies kann bei geringen Beträgen entfallen, so dass die Zahlung von Klein- und Kleinstbeträgen äußerst schnell und unkompliziert erfolgen kann.

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