15.02.26 – The Toy Association
Diese Spielwaren-Trends prägen das Jahr 2026
Zum Valentinstag hat die The Toy Association auf der 120. Toy Fair in New York die wichtigsten Spielwarentrends für 2026 vorgestellt. Unter dem Motto „Toy Fair Brings the Love“ wurde deutlich: Spielen ist heute mehr denn je Quelle für Trost, Kreativität und zwischenmenschliche Verbindung – und längst keine Frage des Alters mehr.
Adrienne Appell, Executive Vice President of Marketing Communications bei The Toy Association, betonte, dass es beim Spielen 2026 vor allem um das Lebensgefühl gehe: Kreativität ausleben, neue Ideen ausprobieren, sich selbst ausdrücken – oder ganz bewusst Momente der Ruhe finden. Die vorgestellten Trends basieren auf ganzjährigen Marktanalysen, Gesprächen mit Herstellern unterschiedlicher Größen sowie aktuellen Verbraucherumfragen unter US-Eltern.
1. Forever Young – Spielen kennt kein Alter
Spielwaren sind längst nicht mehr nur für Kinder gedacht. Erwachsene ab 18 Jahren zählen inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Zielgruppen und machen rund ein Fünftel des US-Spielwarenmarktes aus. Ob Sammler, Gamer, Puzzle-Fans, Eltern oder Senioren – sie alle greifen zu.
Laut aktuellen Marktdaten von Circana und einer Verbandsumfrage planten 2025 bereits 81 % der Eltern, ein Spiel oder Spielzeug auch für sich selbst auf den Wunschzettel zu setzen. Entsprechend entwickeln Hersteller Produkte mit hohem Spielwert, die zugleich Sammlerleidenschaft, Nostalgie und hochwertige Verarbeitung bedienen.
2. Cozy Culture – Bewusste Auszeit vom Digitalen
In einer zunehmend digitalen Welt wächst das Bedürfnis nach Entschleunigung. Unter dem Trend „Cozy Culture“ versammeln sich Spielwaren, die bewusst auf Low- oder No-Tech setzen. Familien suchen gezielt nach Möglichkeiten, Bildschirmzeit auszugleichen und zur Ruhe zu kommen.
Gefragt sind haptische Materialien, sanfte Interaktionen und natürliche Designs – von botanischen Motiven bis zu beruhigenden Farbwelten. Es geht nicht um eine generelle Ablehnung von Technologie, sondern um einen bewussten Reset: Spielen wird zum geschützten, bildschirmfreien Raum für Kreativität, emotionale Balance und echte Verbindung.
3. Inspiring Inventors – Die nächste Generation von Tüftlern
Die Creator-Kultur wirkt sich direkt auf das Spielverhalten aus. Kinder wachsen mit Plattformen wie YouTube und TikTok auf, auf denen gebaut, gestaltet und experimentiert wird – oft live und in Echtzeit. Das weckt den Wunsch, selbst kreativ zu werden. Der weltweite Markt für MINT- bzw. STEM-Spielwaren soll sich bis 2034 nahezu verdoppeln. 78 % der befragten US-Eltern wünschen sich mehr Produkte, die Kreativität und Problemlösung fördern. Offene Baukästen, modulare Systeme und Design-orientierte Kreativsets geben Kindern Werkzeuge an die Hand, um eigene Ideen umzusetzen und individuelle Projekte zu realisieren.
4. Express Yourself – Spielzeug als Statement
Spielwaren sind heute Ausdruck der Persönlichkeit. Sammelobjekte, Bag Charms, Mini-Figuren oder Blind-Box-Produkte dienen als sichtbare Statements – für Humor, Fandom oder ästhetische Vorlieben. Mehr als die Hälfte der US-Eltern hat im vergangenen Jahr mindestens einmal ein Blind-Box-Spielzeug gekauft – für ihre Kinder oder sich selbst. Besonders Tweens und Teens nutzen Spielwaren bewusst zur Selbstinszenierung, zum Stressabbau und als Mittel für emotionales Wohlbefinden. Der Trend spiegelt einen kulturellen Wandel wider: Individualität steht im Vordergrund, klassische Vorstellungen davon, was „cool“ ist, verlieren an Bedeutung.
5. Throwback Toys – Retro geht viral
Nostalgie bleibt ein starker Treiber – doch nicht nur bei denjenigen, die mit den Originalen aufgewachsen sind. Auch Jugendliche und junge Erwachsene entdecken Spielzeuge vergangener Jahrzehnte neu – inspiriert von Mode, Social Media und Retro-Ästhetik. Laut „Pinterest Predicts 2026“ stiegen die Suchanfragen nach Spielzeug aus den 2000er-Jahren um 140 %. Hersteller reagieren mit modernisierten Klassikern, neuen Mechaniken, markenübergreifenden Kooperationen und Social-Media-orientiertem Storytelling, um kulturell relevante und virale Momente zu schaffen.
6. Fan-Driven Play – Spielwaren im Takt der Popkultur
Lizenzprodukte machen inzwischen mehr als ein Drittel des US-Spielwarenumsatzes aus. Fandom ist damit zu einem zentralen Motor der Branche geworden. Großereignisse wie die FIFA World Cup 2026 oder die Winter Olympics 2026, aber auch Streaming-Hits, Memes und virale Trends treiben die Nachfrage.
Statt sich ausschließlich auf klassische Kinostarts zu verlassen, reagieren Unternehmen heute flexibel auf kulturelle Echtzeit-Momente. Neue Inhalte, plattformübergreifendes Storytelling und fanorientierte Produktentwicklung sorgen dafür, dass Spielwaren zeitnah, relevant und zielgruppengenau auf den Markt kommen – für Kinder wie auch für „Kidults“.
Fazit:
Die Spielwaren-Trends 2026 zeigen deutlich, wie eng Spiel, Kultur und Lebensgefühl miteinander verwoben sind. Ob nostalgisch, kreativ, entschleunigend oder fan-getrieben – Spielen bleibt ein zentraler Bestandteil des Alltags und verbindet Generationen.



