25.02.26 – 120 Mitarbeiter betroffen
Rolly Toys beantragt Insolvenz
Der fränkische Spielzeughersteller Rolly Toys hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Wie aus regionalen Medienberichten hervorgeht, stellte die Muttergesellschaft Franz Schneider GmbH & Co. KG beim zuständigen Gericht einen entsprechenden Antrag.
Für die rund 120 Beschäftigten am Standort in Neustadt bei Coburg bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit, der Geschäftsbetrieb soll jedoch fortgeführt werden. Das Insolvenzverfahren wurde beim Amtsgericht Coburg eingereicht. Ziel ist eine Sanierung im Rahmen der Eigenverwaltung. Geschäftsführer Frank Schneider betonte gegenüber dem "Fränkischen Tag", dass man das Unternehmen restrukturieren und langfristig stabil aufstellen wolle.
Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen mehrere Faktoren: steigende Energie- und Materialkosten, höhere Einkaufspreise, sinkende Liquidität sowie der Wegfall eines wichtigen Großkunden im vergangenen Jahr. Zwar habe man die Preise anheben müssen, doch weitere Erhöhungen seien am Markt kaum durchsetzbar gewesen. Das Umsatzplus aus der Corona-Zeit sei in den vergangenen Jahren wieder verloren gegangen.
250.000 Kinderfahrzeuge pro Jahr
Rolly Toys produziert in Neustadt bei Coburg auf rund 36.000 Quadratmetern jährlich mehr als 250.000 Kinderfahrzeuge. Zum Sortiment gehören vor allem detailgetreue Trettraktoren und Spielzeug-Baumaschinen, die bekannten Vorbildern aus der Landwirtschaft nachempfunden sind. Dabei arbeitet das Unternehmen u. a. mit Marken wie John Deere und Claas zusammen.
Traditionsunternehmen seit 1938
Gegründet wurde das Unternehmen 1938. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf die Herstellung von Spielwaren wie Stehaufmännchen, Wackelfiguren und später auf robuste Kinderfahrzeuge, die heute das Kerngeschäft bilden. Trotz der Insolvenz in Eigenverwaltung soll die Produktion zunächst weiterlaufen. Ob und wie viele Arbeitsplätze langfristig gesichert werden können, hängt vom Erfolg der Sanierungsmaßnahmen ab.
Quellen: t-online, Fränkischer Tag



