25.08.26 – Interview mit Pascal Adam und Tobias Wilke von small foot

„Von Bassum bis ins Regal: Wie small foot seine Lieferfähigkeit für den Fachhandel steigert“

Mit neuer Logistik in Bassum, gebündelter Verwaltung in Bremen, KI-gestütztem Lagerverwaltungssystem und neuem PoS-Konzept optimiert small foot seine Prozesse im Handel. Ziel sind höhere Warenverfügbarkeit, verlässlichere Liefertermine, stärkere Sichtbarkeit am PoS und mehr Planungssicherheit für den Fachhandel. Im Interview erklären Geschäftsführer Pascal Adam und Tobias Wilke, Chief Sales & Marketing Officer, die Hintergründe.

Presse-small-foot-Pascal-Tobias-CMYK-Copyright-small-foot.jpg

Dynamisches Duo: small foot-Geschäftsführer Pascal Adam (li.) und Tobias Wilke, Chief Sales & Marketing Officer © small foot

 
small-foot-Logistklager-neu-Copyright-Fabian-Pieper-Kreiszeitung.jpg

small foot stellt die Weichen für die weitere Unternehmensentwicklung und hat in ein modernes Logistikzentrum im niedersächsischen Bassum investiert. © Fabian Pieper/Kreiszeitung

 
Alle Bilder anzeigen

Herr Adam, small foot hat im Sommer die Logistik nach Bassum und die Verwaltung nach Bremen verlagert. Welche strategischen Überlegungen standen hinter dieser Standortaufteilung? Welche konkreten Vorteile sollen Handelspartner dadurch künftig im Tagesgeschäft spüren?

Pascal Adam: Ausgangspunkt war für uns zunächst die Frage, wie eine ideale Logistik für small foot künftig aussehen muss. Auf dieser Grundlage haben wir gezielt in der Region nach einer Halle gesucht, die diese Anforderungen bestmöglich erfüllt – und sie in Bassum gefunden. Dort stehen uns rund 10.000 m² Logistikfläche zur Verfügung. Gleichzeitig sind die Prozesse in hohem Maße digitalisiert und KI-gestützt, sodass Warenströme, Bestände und Abläufe effizienter gesteuert werden können.

Im Zuge der Standortentscheidung haben wir zudem die Chance genutzt, unsere bislang verteilten Büros an einem gemeinsamen Verwaltungsstandort in Bremen zu bündeln. Das verbessert die Zusammenarbeit und verkürzt interne Abstimmungswege. Unsere Handelspartner sollen davon vor allem durch eine hohe Warenverfügbarkeit, verlässliche Lieferprozesse und schnellere Entscheidungen profitieren.

Welche Leistungskennzahlen stehen im neuen Logistikzentrum im Fokus – beispielsweise Liefergeschwindigkeit, Warenverfügbarkeit oder Fehlerquote? Und wie wollen Sie diese Verbesserungen gegenüber Ihren Handelspartnern transparent machen?

Pascal Adam: Im Fokus stehen für uns vor allem eine hohe Warenverfügbarkeit, kurze Durchlaufzeiten, eine verlässliche Lieferperformance und eine möglichst geringe Fehlerquote. Entscheidend ist dabei nicht nur die einzelne Kennzahl, sondern das Zusammenspiel über den gesamten Prozess von der Anlieferung bei uns bis zur Auslieferung an den Kunden.

Ein Logistikumzug dieser Größenordnung ist ein komplexer Prozess. Deshalb kann es in den ersten Wochen trotz sorgfältiger Vorbereitung vereinzelt noch zu Anlaufschwierigkeiten kommen. Die gröbsten Punkte konnten wir inzwischen bereits abstellen. Für unsere Handelspartner wird sich die Verbesserung vor allem im Tagesgeschäft zeigen. Schnellere Auslieferung, verlässlichere Liefertermine, eine bessere Verfügbarkeit und weniger Abweichungen.

Herr Wilke, mit dem neuen Standort in Bassum wurden Lager- und Versandprozesse grundlegend neu aufgestellt. Moderne Technologien und ein intelligentes Lagerverwaltungssystem sollen die Lieferkette stabilisieren. Welche konkreten Auswirkungen erwarten Sie insbesondere für den Spielwarenfachhandel, etwa in saisonalen Spitzen oder bei kurzfristigen Nachorders?

Tobias Wilke: Gerade der Spielwarenmarkt ist von saisonalen Höhepunkten und kurzfristigen Nachfragen geprägt. Deshalb war es unser Ziel, unsere Logistik so aufzustellen, dass sie auch in diesen Phasen zuverlässig und leistungsfähig bleibt. Mit den neuen Prozessen, einem modernen Lagerverwaltungssystem und Kapazitäten für bis zu 17.000 Paletten in unserem neuen Logistikzentrum können wir Bestellungen deutlich effizienter bearbeiten und unsere Lagerbestände gezielter steuern. Für den Spielwarenfachhandel bedeutet das vor allem mehr Planungssicherheit und eine höhere Lieferfähigkeit. Gerade im Weihnachtsgeschäft oder bei besonders erfolgreichen Aktionsartikeln sind schnelle Nachlieferungen oft entscheidend für den Verkaufserfolg. Unsere neue Logistik schafft dafür die notwendige Flexibilität und Stabilität, um den Handel auch in Spitzenzeiten zuverlässig zu unterstützen.

Gleichzeitig sehen wir, dass wir bei besonders stark nachgefragten Artikeln aufgrund der hohen Konsumentennachfrage zeitweise Waren allokieren müssen, um eine möglichst faire Versorgung unserer Handelspartner sicherzustellen. Um solche Situationen künftig noch besser zu steuern, rückt das Thema Artikel-Forecasting stärker in den Fokus. Gemeinsam mit unseren Handelspartnern möchten wir Bedarfe frühzeitig planen und Prognosen kontinuierlich verbessern. So können wir Verfügbarkeiten optimieren und die Lieferfähigkeit auch in Hochphasen weiter erhöhen.

Sie bauen Ihr Distributionsnetz kontinuierlich aus. Welche Vertriebskanäle und Märkte stehen derzeit im Fokus? Und wie stellen Sie sicher, dass Wachstum nicht zulasten von Exklusivität, Sortimentsprofil oder Ertragschancen des Fachhandels geht?

Tobias Wilke: Wir wachsen international kontinuierlich weiter und arbeiten sowohl mit starken Distributoren – beispielsweise in Italien und Spanien – als auch direkt mit Handelspartnern zusammen. Dabei liegt unser Fokus auf nachhaltigem Wachstum in Europa sowie dem weiteren Ausbau ausgewählter internationaler Märkte.

Der Fachhandel bleibt dabei ein zentraler Baustein unserer Vertriebsstrategie. Gerade dort können unsere Produkte ihre Stärken – modernes Design und hoher Spielwert – besonders gut entfalten. Deshalb verfolgen wir eine klare Distributionsstrategie, in der die einzelnen Vertriebskanäle gezielt differenziert werden. So stellen wir sicher, dass jeder Kanal seine spezifischen Stärken ausspielen kann und unsere Marke small foot nachhaltig und wertig positioniert wird.

Unser Ziel ist es, zusätzliche Marktpotenziale zu erschließen, ohne die Attraktivität und Wirtschaftlichkeit für den Fachhandel zu beeinträchtigen. Um den Zugang zu unserer Marke weiter zu vereinfachen und die Warenverfügbarkeit zu erhöhen, ist small foot ab sofort auch über ausgewählte Großhandelspartner erhältlich. Dadurch profitieren Fachhändler von einer flexiblen und effizienten Bezugsmöglichkeit bei gleichzeitig hoher Lieferfähigkeit und gewohntem Service.

Wachstum bringt zwangsläufig mehr Komplexität mit sich. Welche internen Prozesse oder Strukturen haben Sie angepasst, um Qualität, Markenbild und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Fachhandel auch während der Expansion auf einem konstant hohen Niveau zu halten?

Pascal Adam: Komplexität lässt sich nur bewältigen, wenn Strukturen und Prozesse im gleichen Zuge professionalisiert werden. Grundlage ist hierfür eine klare Definition und gelebte Praxis von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Wir standardisieren und digitalisieren unsere Prozesse über das ganze Unternehmen hinweg fortlaufend, ohne dabei an Flexibilität zu verlieren. Insbesondere durch den neuen Bürostandort werden Abstimmungswege verkürzt und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachbereichen enger organisiert. Das hilft uns, Entscheidungen schneller zu treffen und Qualitätsstandards konsequent einzuhalten. All dies zahlt auch auf ein einheitliches Markenbild ein.

Für die Zusammenarbeit mit dem Fachhandel bleibt der persönliche Austausch elementar. In letzter Zeit haben wir zudem an fertigen auf den Fachhandel zugeschnittenen Lösungen gearbeitet.

Mit dem neuen PoS-Konzept setzen Sie auf Warenträger, Verkaufsgondeln und thematische Zweitplatzierungen. Welche Erfahrungen haben Sie bislang gesammelt? Und welchen konkreten Mehrwert bietet das Konzept dem Fachhandel im Hinblick auf Sichtbarkeit, Impulskäufe und Flächenproduktivität?

Tobias Wilke: Unsere bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Der stationäre Handel sucht heute nach Lösungen, die Produkte emotional präsentieren und gleichzeitig möglichst einfach umzusetzen sind. Genau darauf ist unser neues small foot PoS-Konzept ausgerichtet.

Mit flexiblen Warenträgern, Verkaufsgondeln und thematischen Zweitplatzierungen schaffen wir zusätzliche Aufmerksamkeit außerhalb des klassischen Regals. Dadurch werden small foot Produkte besser wahrgenommen und Themenwelten verständlicher präsentiert. Das fördert Impulskäufe und hilft dabei, vorhandene Verkaufsflächen effizienter zu nutzen. Gleichzeitig lassen sich saisonale Aktionen oder Produktneuheiten schnell und attraktiv inszenieren, ohne dass der Händler einen hohen zusätzlichen Aufwand hat.

Ergänzend haben wir ein attraktives Partnerschaftsmodell entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse des Fachhandels zugeschnitten ist. Es ermöglicht unseren Handelspartnern einen einfachen Einstieg in das PoS-Konzept und bietet attraktive Konditionen für eine langfristige Zusammenarbeit. Das Modell wird bereits von zahlreichen Fachhändlern sehr gut angenommen und bestätigt uns den Mehrwert für den stationären Handel.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Spielwarenmarkt und das bevorstehende Weihnachtsgeschäft: Welche Produktwelten oder Trends werden aus Ihrer Sicht die wichtigsten Kaufimpulse setzen? Und wie unterstützen Sie Ihre Handelspartner bei Warenverfügbarkeit, PoS-Umsetzung und kurzfristigen Nachbestellungen?

Pascal Adam: Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage bleibt die Erschwinglichkeit als Kaufkriterium stark gewichtet. Wir beobachten aber auch, dass Eltern weiterhin großen Wert auf einen hohen Spielwert und eine ansprechende Gestaltung legen. Es besteht der Bedarf nach Spielzeugen, die Kindern bewusste, kreative Beschäftigung abseits digitaler Medien ermöglichen. Insofern bleiben wir unserer Linie treu und haben z. B. bei unseren neuen small foot Haustier-Sets weiter den Spielwert in den Vordergrund gestellt.

Tobias Wilke: Gerade im Weihnachtsgeschäft kommt es für unsere Handelspartner aber nicht nur auf das richtige Produkt, sondern auch auf dessen Verfügbarkeit und Präsentation an. Mit unserem neuen Logistikkonzept wollen wir eine verlässliche Belieferung und kurzfristige Nachbestellungen bestmöglich unterstützen. Neben den von Herrn Wilke angeführten Lösungen stellen wir unseren Partnern weiteres geeignetes Bild-, Produkt- und PoS-Material zur Verfügung. Vertrieb und Kundenservice stehen dabei im direkten Austausch mit dem Fachhandel, um bei kurzfristigen Bedarfen schnell und pragmatisch reagieren zu können.

Weitere Artikel zu: