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09.07.13

Argentinisches Bauvergnügen

In La Boca, einem Vorort der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, gibt es Straßenzüge, in denen die Häuserfronten farbenfroh bemalt sind. So etwas Ähnliches, wenn auch in eher abstrakter Form, entsteht auch beim gleichnamigen Spiel, so dass diese thematische Verknüpfung durchaus Sinn ergibt.

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Gemeinsam ans Ziel kommen: Bei «La Boca» von Kosmos profitiert man von seinen Mitstreitern.

 

Im Grunde ist «La Boca» ein abstraktes Bauspiel. Clou dabei ist es, dass nicht ein Einzelspieler allein werkelt. Vielmehr müssen immer zwei gemeinsam einen Block aus zehn oder elf (je nach Spielanspruch) Holzquadern und Holzwürfeln nach Kartenvorgabe schichten. Eine Aufgabe gibt vor, wie diese Klötze über- und nebeneinander gelegt werden sollen. Besonders heikel: Jeder sieht nur seine Seite des entstehenden Bausteingebildes – und die ist immer anders als die des Mitspielers. Wenn man beispielsweise einen gelben Holzstein sieht, so muss der Gegner diesen nicht unbedingt auch wahrnehmen, da andere Steine den Blick auf diesen gelben Stein verdecken. Das ist die knifflige Herausforderung und die muss unter Zeitdruck gemeistert werden.

Reden ist erlaubt und das sollte tunlichst auch geschehen. Die Spieler geben sich gegenseitig Hinweise, welche Farbklötze man ganz sieht, welche vielleicht nur zur Hälfte und welche man nicht wahrnimmt. Gleichzeitig bauen und schichten beide am gemeinsamen Werk. Dabei müssen stets, und das ist eine weitere knifflige Herausforderung, alle Holzklötze verbaut werden. Das hat bisweilen die Konsequenz, dass Farb-Steine, die keiner sieht, innerhalb des Klotz-Gebildes bzw. unterhalb von anderen Steinen versteckt werden müssen. Das geht selten ganz schnell. Die beiden Spieler haben bis zu zwei Minuten Zeit, die mit einem Timer gemessen wird. Dieser kann auch sekundengenau die Bauzeit stoppen und gemäß einer kleinen Tabelle werden Punktchips vergeben – wenn man denn richtig gebastelt hat. Die erspielten Punkte erhalten beide Mitstreiter. So spielt man reihum, jeder mit jedem und wer dann in all seinen Bau-Duellen die meisten Punkte erworben hat, gewinnt dieses kurzweilige Spiel.

Gemeinsam zum Erfolg

Die große Herausforderung und gleichzeitig auch der Garant für den Spielspaß ist das gemeinsame Werkeln an einer vorgegebenen Aufgabe. Spielidee und -struktur sind schon nach wenigen Einführungsworten völlig klar. Alle Mitwirkenden wissen, worauf es ankommt. Da jeder mit jedem gemeinsam spielt, kann auch jeder von den vermeintlich Besseren profitieren. Und da die Aufgaben nicht alle gleich intuitiv leicht gelöst werden können, ergibt sich bisweilen ein angenehmes Ungleichgewicht, so dass stets offen bleibt, wer denn am Ende die Nase vorn haben wird.

Allerdings sind immer nur zwei Spieler ins Geschehen involviert. Die anderen müssen abwarten, bis sie an die Reihe kommen. Bei bis zu vier Teilnehmern ist das überhaupt kein Problem. In großer Besetzung von sechs Spielern kann es aber schon mal zu Wartezeiten kommen, die als lang empfunden werden. Das fällt jedoch nicht stark ins Gewicht. Die Innovation dieses Bauspiels überwiegt und hat die Jury «Spiel des Jahres» veranlasst, «La Boca» seine Empfehlung auszusprechen. (pen)

Autoren Inka und Markus Brand

Anzahl 3 bis 6 Spieler

Dauer ca. 40 Minuten

Bewertung

+ interessante Mischung aus gemeinsamem und konkurrierendem Spielen

+ spannend bis zur letzten Aufgabe

+ empfohlen von der Jury «Spiel des Jahres»

+ Jung und Alt werden gleichermaßen angesprochen

o in großer Runde kann es zu Wartezeiten kommen