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01.06.14

Handeln im Orient

Das Basarviertel ist eine der Hauptattraktionen von «Istanbul». Im gleichnamigen Spiel wandern die Teilnehmer als Kaufleute über den Markt. Unterstützt von ihren Gehilfen, nutzen sie verschiedene Orte, um Aktionen auszuführen – immer mit dem Ziel, möglichst viele Rubine zu ergattern.

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Dank des modularen Spielplans wird Einsteigern und Strategie-Profis bei «Istanbul» gleichermaßen jede Menge Abwechslung geboten.

 
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Ein orientalischer Markt. Alles wird angeboten: Gewürze, Tuche, Obst. Überall wird gehandelt und gefeilscht: In der Teestube, in der Schwarzmarkt-Ecke, auf dem Postamt. Aber Begehrlichkeit wecken die tiefrot schillernden Rubine: beim Sultanspalast, in den Moscheen und auch beim Edelsteinhändler. In diesem Basar-Getümmel kutschieren Kaufleute mit ihrem Handkarren und einem Gefolge von Gehilfen durch dicht gedrängte Gassen – lukrative Geschäfte lassen sich zumeist aber nur in den stillen Hinterzimmern der Marktstände abschließen, wenn man dort allein mit dem Anbieter ist. Sollte die Konkurrenz vor Ort sein, muss man ihr eine Art Bakschisch bezahlen. Und dann verdingen sich noch der Gouverneur und ein Schmuggler auf dem Basar. Ihnen zu begegnen kann nützlich sein: Also auf ins geschäftige Treiben des Basarviertels von Istanbul!

Mit Taktik zum Sieg

Jeder Spieler ist mit einem Kaufmann und vier Gehilfen ausgestattet. Dazu gibt es noch einen Handkarren als Ablagefläche. Der Basar besteht aus 16 Orten, die alle zum Teil sogar sehr unterschiedliche Angebote bereithalten. Mit seinem Kaufmann zieht man los – stets immer nur ein oder zwei Felder im 4 x 4-Raster weit. Trifft man dort auf Konkurrenten, muss man bezahlen. Jeder will das vermeiden und sich ein anderes Feld aussuchen. Aber wenn die Mitspieler gerade begehrte, lukrative Marktstände aufgesucht haben, gilt es abzuwägen, ob es einem den zusätzlichen Einsatz von Geld wert ist. Und meistens ist es so, dass die angesagten Felder von Konkurrenten zuvor aufgesucht wurden. Ein schönes Dilemma.

Vielfältige Möglichkeiten

Neben der sehr eingeschränkten Zugweite hat ein schöner Mechanismus Gültigkeit. Auf dem Ankunftsfeld muss einer der eigenen vier Gehilfen zurückgelassen oder ein zuvor dort abgesetzter wieder eingesammelt werden. Wer das nicht beachtet, darf den Vorteil des Feldes nicht nutzen. Da ist etwas Logistik gefordert und manchmal kommt man aus Endlosschleifen nicht mehr heraus. Da hilft dann nur noch der Weg zum Brunnen. Hier verliert man zwar einen kompletten Zug, sammelt aber alle Gehilfen erneut ein und hat dann wieder Bewegungsfreiheit. Es ist also wichtig, die Wege seines Trosses zu planen. Und unterwegs gibt es vielfältige Möglichkeiten. Es wird gehandelt, getauscht, gezockt, spekuliert, gekauft, betrogen und gebetet. Alles, was man sich klischeehaft in einem orientalischen Markt vorstellt, ist hier möglich. Ziel ist es, fünf der wertvollen Rubine zu ergattern. Da das häufig zwei oder noch mehr Spielern in einer Runde glückt, kommen noch Geld und Waren als Entscheidungshilfen in die Wertung. Das Spiel ist bis zum Schluss spannend.

Der Rhythmus ist schnell. Die Möglichkeiten werden durch selbsterklärende Piktogramme auf jeder einzelnen Basarkarte unterstützt, so dass trotz Vielfältigkeit kaum Regelwerk gelernt werden muss. Es verläuft durchaus intuitiv. Was man allerdings wann tut, liegt im Ermessen eines jeden einzelnen, was auch von der aktuellen Situation abhängig ist. Hier kann man Fehler machen. Die Auslage der 16 Basar-Karten ist immer anders und garantiert ein abwechslungsreiches Spielen. Eine Startaufstellung hilft beim ersten Ausprobieren. Nicht nur wegen dieses Umstandes sagte eine Mitspielerin, dass «Istanbul» an «Die Siedler von Catan» erinnert. Ein besseres Urteil kann man nicht erhoffen. (pen)

Titel Istanbul

Verlag Pegasus Spiele

Autor Rüdiger Dorn

Anzahl 2 bis 5 Spieler

Alter ab 10 Jahren

Dauer ca. 40-60 Minuten

Bewertung

+ sehr abwechslungsreiches Spielgeschehen

+ schöne Mischung aus Geschick, Spekulation, Taktik und Strategie

+ stimmungsvolle Grafik mit selbsterklärenden Icons

+ stets spannender Spielverlauf

o erste Regelfassung mit kleineren Ungenauigkeiten