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01.08.18 – Gastbeitrag Stefan Dudas

Glückliche Mitarbeiter für glückliche Kunden

Geld ist nicht mehr das Lockmittel Nummer eins. Vielen Mitarbeitern ist es wichtiger, dass sie Spaß bei ihrer Arbeit haben. Dieser Meinung ist auch der Business-Experte und Buch-Autor Stefan Dudas.

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Der Keynote-Speaker, Coach und Autor Stefan Dudas legt humorvoll und tiefsinnig das Fundament für neue Denk-Ansätze. © Stefan Dudas

 

In der Schule lernen wir fürs Leben, aber nicht, was das Leben lebenswert macht. Man lernt, dass es wichtig ist, einen Beruf zu finden und weiter zu kommen ... Wo auch immer das ist. Ein Mitarbeiter in einem Spielwarengeschäft, der richtig gut im Umgang mit Kunden ist und seine Arbeit gerne macht, hat die Chance, befördert zu werden. Nach einiger Zeit erstellt er nur noch Excel-Dateien und berechnet die Produktivität der Mitarbeiter. Macht er das gerne? Schon lange nicht mehr! Aber dafür bekommt er ja mehr Geld und Anerkennung.

Spaß ist ausdrücklich erlaubt

Leider lernen wir nirgends, dass das, was wir jeden Tag acht bis zwölf Stunden tun, auch Spaß machen soll. Wir lernen nur, dass wir etwas tun müssen, um etwas zu bekommen. Das ist ja nicht schlecht, aber Geld ist nicht mehr das Lockmittel Nummer eins. Natürlich gehört es weiterhin zu den „Hygienefaktoren“. Den meisten Mitarbeitern ist es laut diverser Studien aber wichtiger, dass die Arbeit Spaß macht, dass das Team passt und man sich wohlfühlt. Klar ist aber auch, wenn der Lohn zu niedrig ist, hat dies durchaus Auswirkungen auf die Zufriedenheit. Unabhängig davon hinterfragen die meisten von uns zu selten, aus welchem Grund wir tun, was wir tun. Genau das wirkt sich über die Jahre aus. Wir gehen immer weniger gerne arbeiten, setzen uns immer weniger ein – resignieren und enden beim DNV (Dienst nach Vorschrift).

 Vielen Menschen geht es längst nicht mehr um die „Work-Life-Balance“ – auch deshalb, weil Arbeit inzwischen für viele zum Leben dazugehört und die Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit immer mehr verschwimmt. Anders als noch bei der Generation zuvor, geht es nicht nur um immer mehr Geld, sondern darum, den Sinn zu erkennen. Natürlich muss jeder seine Brötchen verdienen, viele tun dies aber nicht (mehr) um jeden Preis. Würdevoll soll ein Leben sein – egal, ob für Mensch oder Tier. Mit diesem Satz könnte man die neue, sinnvolle Denkhaltung zusammenfassen.

 Dieser Text wurde von einem Menschen geschrieben, der in Freilandhaltung (in einem Haus auf dem Land) in Bioqualität lebt. Die meisten von uns beruhigt es zumindest, wenn wir wissen, dass das, was wir konsumieren, in einigermaßen vernünftigen Bedingungen produziert wurde. Was aber, wenn wir selber die „produktive Kraft“ sind? Wenn es darum geht, ob wir in Massenmenschenhaltung in Büros eingepfercht zwölf Stunden arbeiten müssen oder in einem angenehmen Umfeld so arbeiten dürfen, wie es uns entspricht? Utopie? Keineswegs. Denn schließlich wird in unseren Breitengraden niemand unter Androhung von Gewalt zur Arbeit gezwungen. Somit wären wir frei, die Umstände für uns zu „optimieren“.

Missstände dringen schnell nach außen

Mit eingepfercht ist übrigens nicht nur das Raumangebot gemeint, sondern vor allem die Möglichkeit der persönlichen Entfaltung. Unternehmen stehen diesbezüglich vor neuen Herausforderungen, denn die Missstände dringen immer öfter und schneller nach außen. Bewertungsplattformen, Social Media und Co. machen es möglich. Sinnfreie und realitätsferne Leitbilder helfen nicht mehr. Man „muss“ sich wirklich um die Mitarbeiter und deren Befindlichkeit kümmern. Eine großartige, aber auch anspruchsvolle Entwicklung für beide Seiten, denn Mitarbeiter UND Unternehmer machen sich jetzt Gedanken, wie sowohl Arbeitswelt als auch die knappe Ressource Lebenszeit mit Sinn (und Produktivität) gefüllt werden können.

 Ja, mit Sinn. Denn wenn das Sinn macht, was wir fünf Tage in der Woche während meist mehr als acht Stunden tun, wird unser Leben einfach besser, wir sind zufriedener und glücklicher. Wenn dem so ist, warum machen sich nicht mehr Menschen Gedanken, wie sie mehr Sinn in ihr Leben bringen können? Weil es für die meisten Menschen außerhalb ihrer Gedankenwelt liegt. Arbeit ist Arbeit. Und Schnaps ist Schnaps. Die technische Revolution ist also gar nicht die größte Herausforderung. Die wirkliche Herausforderung ist die geistige Revolution. Machen wir uns an die Arbeit – für mehr glückliche Mitarbeiter und glückliche Kunden!

Zum Autor

 Stefan Dudas ist Business-Experte für Sinngebung. Der Keynote-Speaker, Coach und Autor legt humorvoll und tiefsinnig das Fundament für neue Denk-Ansätze. Sein „Suxess-System für sinnbasiertes Management“ vermittelt Sinnhaftigkeit in Führung, Kommunikation sowie Motivation. Im Dezember 2017 ist sein neues Buch „Voll Sinn – Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen“ im BusinessVillage Verlag erschienen.