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08.04.15 – Fachgeschäft des Monats April 2015

Spielwelt Schütz – Traditionsreiches Geschäft im neuen Gewand

Markus Schütz übernahm im letzten Jahr das traditionsreiche Spielwarengeschäft Dobler im oberbayerischen Altötting. Als Spielwaren-Vollsortimenter und seit kurzem mit neuem Auftritt behauptet sich die „Spielwelt Schütz“ gegen die Konkurrenz aus dem Internet. Cross Channel-Aktivitäten steht der Inhaber bislang skeptisch gegenüber.

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Inhaber Markus Schütz verkauft am liebsten Helikopter und Carrera-Bahnen.

 
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Neben der Kundenkarte bietet Spielwelt Schütz die Wunschbox passend zu allen Anlässen an.

 
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Im Spielwarenbereich sieht sich der frischgebackene Inhaber der „Spielwelt Schütz“ klar im Vorteil: Sein zentral gelegener Laden ist das einzige Fachgeschäft der Stadt. Die Übernahme bedeute jedoch für ihn keineswegs einen kompletten Neustart. Einst fing er als ausgebildeter Einzelhandelskaufmann bei Dobler an. Nach einem achtjährigen Ausflug zur Bekleidungs-Handelskette AWG kehrte der studierte Handelsfachwirt in das Spielwarengeschäft zurück, um im Februar des vergangenen Jahres die Nachfolge Doblers, der sich aus Altersgründen zurückzog, anzutreten.

Der 35-Jährige übernahm dabei einige Schwerpunkte seines Vorgängers, wie er im Folgenden erklärt: „Warum sollte ich Dinge, die vorher gut funktionierten, plötzlich ganz anders machen.“ Dennoch hat das Fachgeschäft einige Neuerungen erlebt – so beispielsweise in der Verbandszugehörigkeit. Fungierte Dobler noch als Spielzeug-Ring-Geschäft, ist die „Spielwelt Schütz“ nun Mitglied der Vedes. Von den Nürnbergern erhält der Geschäftsführer regelmäßig umfassende Unterstützung in Form von effektiven Konzepten, Plakaten und Prospekten. Neben dem Ausbau des Portfolios modernisierte Markus Schütz zudem die Ladeneinrichtung. Diese besticht nun durch frische Böden und Regale, einem veränderten Beleuchtungskonzept sowie einem neuen Kassenbereich.

Abwechslungsreiches Portfolio

Als Vedes Point mit sechs Mitarbeiterinnen setzt der Inhaber bei seiner täglichen Arbeit vor allem auf ehrliche und ausgefeilte Kundenberatung, die den Einkauf im Gegensatz zum unpersönlichen Online-Kauf dynamischer und erlebnisreicher machen soll. „Wenn man persönliche Beratung sowie kompetente Ansprechpartner mit Zeit haben möchte, ist man bei uns genau richtig. Das können wir, das machen wir, das haben wir“, so Schütz.

Direktmailings, ein Leihservice, diverse Rabattaktionen und eine Kundenkarte ziehen die Konsumenten zusätzlich in seinen gut ausgestatteten Laden. Kernstock des Sortiments bilden dabei große Marken wie Lego, Playmobil, Coppenrath und Depesche. Mit Lego generiert er beispielsweise 20% seines jährlichen Gesamtumsatzes. Schütz setzt bei der Zusammenstellung des Portfolios stets auf Firmen, die eine große und abwechslungsreiche Vielfalt anzubieten haben, wie u.a. Ravensburger oder Carrera. „Carrera ist für uns ein sehr starker Partner, wo wir gute Kernkompetenzen haben und damit vernünftig Umsatz generieren“, erklärt der ausgewiesene Rennbahn-Fan.

Hinzu kommen verschiedene Vedes-Eigenmarken wie Spiel Maus, Amia und Boogie Bee. Andere Marken wie Barbie hält Schütz hingegen bewusst klein. Wie der Inhaber mitteilt, müsse er aus Platzgründen stets genau überlegen, welchen von ihnen er Vorrang gewährt.

„Einfacher ist es heute auch nicht geworden in der Spielware.“

Auf einer Verkaufsfläche von insgesamt 350 m² – verteilt auf zwei Etagen – finden die Kunden, die u.a. aus einer festen Stammkundschaft bestehen, aktuelle Produktneuheiten. Diese werden zum einen mal nach Marken sortiert, ein anderes Mal sind sie nach Kategorien wie Plüsch, Bücher oder Brettspiele angeordnet. Inspirationen zu innovativen Produkten sowie deren Präsentation im Laden holt sich der Geschäftsmann jährlich auch immer auf der Nürnberger Spielwarenmesse sowie auf der Münchener Trend Set.

„Einfacher ist es auch nicht geworden in der Spielware und man muss lernen, dass man nicht alles mitmachen kann“, erläutert der Firmenchef. Dennoch versucht er, großen Trends in gewisser Weise zu folgen – schließlich sei man das den Kunden ja auch schuldig. Zudem lassen sich damit manchmal ungeahnte Erfolge erzielen. Mit den „Rainbow Loom“-Gummibändern schöpfte er beispielsweise im vorigen Sommer Umsätze ab, die er gar nicht für möglich gehalten hätte. Eine große Hilfe, was Schwerpunktthemen angeht, ist ihm darüber hinaus die Vedes. Allerdings kauft Schütz nicht nur im Großhandel ein. In den meisten Fällen versucht der Inhaber durch Direktbezug bei den ausgewählten Herstellern an Ware zu gelangen.

Offen für Neues

Bisher ist die „Spielwelt Schütz“ mit einer eigenen Website im Netz präsent – allerdings ohne angeschlossenen Shop. Auch auf Facebook findet sich kein Unternehmensprofil. Markus Schütz hat beide Möglichkeiten bereits in Erwägung gezogen, sich aber letztlich dagegen entschieden: Ich glaube nicht an den Erfolg sozialer Medien.

Ein gut durchdachtes Online-Shopping-Konzept ist ein eigenständiger Aufgabenbereich, der eine Investition fordert, die ich momentan noch nicht leisten kann“, erklärt Schütz mit Hinweis auf seine personelle und räumliche Situation sowie auf das fehlende Know-how. Auch aufgrund der Preise und des Angebots von Amazon & Co. befürchtet Schütz, online nicht mithalten zu können: „Letztlich muss man einen gewissen Preis verlangen.“

Fachgeschäft auch für Kindermoden?

Auch, wenn er mehr als die Hälfte seines bisherigen Berufslebens im Spielwarenbereich tätig war, bleibt der Inhaber offen für anderes. Für ihn ist es nicht ausgeschlossen, das Angebot an Kinderbekleidung zu erweitern, wenn sich eine ihm passende Gelegenheit bietet – denn ein Fachgeschäft für Kindermoden gibt es in Altötting ebenfalls nicht.

Eine weitere Fokussierung auf diesen Bereich hält Schütz deshalb für erfolgversprechend. Dabei helfen könnte ihm seine frühere Berufserfahrung im textilen Bereich bei AWG. Bisher bietet er freche T-Shirts und Sweatshirts des Herstellers TST T-Shirt Total aus Lübeck an, die er auf einem Messebesuch der Trend Set in München entdeckt hat.

„Es ist für mich ganz natürlich, dass ich mich für die örtliche Kinderkrebshilfe ‘Balu‘ engagiere.“

Dass ihm Kinder am Herzen liegen, beweist Markus Schütz nicht nur in seinem Fachgeschäft. Das Wohlergehen der Jüngsten hat für ihn weit über seinen Laden hinaus Priorität. So ist das Engagement für die örtliche Kinderkrebshilfe „Balu“ eine Herzensangelegenheit des zweifachen Vaters. „Ich habe das immer schon als gute Sache empfunden und es als verpflichtend gesehen, besonders in der Weihnachtszeit etwas Gutes zu tun. Das ist ganz natürlich, dass man da mithilft.“

So rief die „Spielwelt Schütz“ im vergangenen Dezember zu einer Spendenaktion auf, bei deren Abschluss insgesamt 1000 EUR an „Balu“ überreicht werden konnten. Dabei soll es nicht bleiben. So sollen selbstgebastelte Spendenboxen für die Kinderkrebshilfe ganzjährig aufgestellt werden. Auch zukünftig will die „Spielwelt Schütz“ den Menschen in der Region durch weitere wohltätige Aktionen helfen – ein schönes Beispiel für die Verquickung von gesellschaftlicher Verantwortung, Heimatverbundenheit und Kundenbindung.

Spielwelt Schütz , Altötting

Gegründet: 24.2.2014

Inhaber: Markus Schütz

Verkaufsfläche: 350 m2 auf 2 Etagen

Mitarbeiter: 6 Mitarbeiterinnen

Sortiment: Spielwaren-Vollsortimenter: führt neben großen Marken wie Lego, Hasbro, Mattel oder Revell u.a. auch Vedes-Eigenmarken wie Spiel Maus oder Amia

Besonderheit: zentral gelegenes, inhabergeführtes Fachgeschäft im Herzen von Altötting ohne Konkurrenten in unmittelbarer Nähe.