21.01.26 – Fokus auf den stationären Handel
Rofu Kinderland startet Sanierung in Eigenverwaltung
Die Rofu Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach hat beim Amtsgericht Idar-Oberstein einen Antrag auf Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Ziel ist die wirtschaftliche und strukturelle Neuaufstellung des Traditionsunternehmens.
Das Gericht ordnete das vorläufige Verfahren am 19. Januar 2026 an. Während der Geschäftsbetrieb in allen 104 Filialen uneingeschränkt weiterläuft, setzt der Spielwarenfachhändler auf eine schlanke Führung, die Stärkung des stationären Handels und eine eng verzahnte Omnichannel-Strategie. In der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und wird von Sanierungsexperten begleitet. Marcus Katholing von der Pluta Management GmbH wurde als Chief Restructuring Officer (CRO) in die Geschäftsführung berufen, unterstützt von Daniela Jeske. Gemeinsam mit den bisherigen Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl sollen sie das Unternehmen durch das Verfahren führen. Die insolvenzrechtliche Beratung übernimmt die Pluta Rechtsanwalts GmbH unter Leitung von Rechtsanwalt Stefan Warmuth. Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M. wurde vom Gericht zur vorläufigen Sachwalterin bestellt und überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger.
Geschäftsbetrieb läuft weiter
Rofu Kinderland ist mit 104 Filialen in sieben Bundesländern und einem breiten Sortiment aus Spielwaren, Kinder- und Babyartikeln, Büchern, Bastelsets, Gesellschaftsspielen, saisonaler Dekoration und Kostümen seit über 40 Jahren einer der etablierten Fachhändler im Südwesten Deutschlands. „Unsere Fachmärkte bleiben mit ihrem attraktiven Sortiment zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Geschäftsbetrieb geht in allen Filialen uneingeschränkt weiter“, betont Geschäftsführer Michael Fuchs. Auch der Online-Shop bleibt voll funktionsfähig, und Lieferanten wurden über den Stand informiert. Die rund 1970 Beschäftigten sind durch Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert.
Umfassende Neuausrichtung
Als Gründe für den Sanierungsantrag nennt Rofu ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten in der Wertschöpfungskette sowie einen intensiven Wettbewerb. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen bereits ein strategisches Sanierungskonzept erarbeitet und strebt eine umfassende strategische Neuausrichtung an: Im Zentrum steht eine klare Fokussierung auf den stationären Handel als Herzstück der Marke, flankiert von einer starken Omnichannel-Verzahnung und Effizienzsteigerungen in Prozessen, Bestands- und Flächensteuerung sowie einer verstärkten partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Lieferanten. Dieses Konzept war bereits zuvor Thema der strategischen Neuausrichtung, bei der Rofu eine schlanke Führung und Priorisierung des stationären Geschäfts verfolgt hat.
„Die Eigenverwaltung bietet die Chance, die notwendigen operativen Sanierungsmaßnahmen beschleunigt umzusetzen“, so Marcus Katholing. Zudem wolle Rofu den bereits begonnenen Investorenprozess fortsetzen: Mit einem neuen Investor soll das Unternehmen für die Zukunft nachhaltig aufgestellt werden. Auch die vorläufige Sachwalterin betont die Perspektive, die dieses Verfahren eröffnet: „Das Eigenverwaltungsverfahren eröffnet dem Unternehmen eine Perspektive für die Zukunft. In den kommenden Monaten werde ich das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleiten.“



