15.09.26 – Marktdaten Baby- und Kinderausstattung
Trotz Babyflaute: Pro Kind steigen die Ausgaben auf 1.166 Euro
In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren. Dennoch geben Eltern vergleichsweise viel für die Ausstattung ihres Nachwuchses aus. 2025 wurden rund 2,36 Milliarden Euro für Baby- und Kinderausstattung ausgegeben – nur 2,2 % weniger als im Vorjahr. Pro Kind stiegen die Ausgaben sogar um knapp 2 % auf durchschnittlich 1.166 Euro.
Die Zahl der Geburten in Deutschland ist 2025 erneut zurückgegangen. Bundesweit kamen 654.267 Kinder zur Welt – 3,4 % weniger als im Vorjahr. Die Ausgaben für Baby- und Kinderausstattung sanken dagegen deutlich langsamer: Nach Zahlen des IFH Köln gaben die Deutschen 2025 rund 2,36 Milliarden Euro für entsprechende Produkte aus. Das entspricht einem Rückgang von lediglich rund 2,2 %.
Umgerechnet auf die drei jüngsten Geburtsjahrgänge wurden damit pro Kind durchschnittlich 1.166 Euro ausgegeben. Das sind knapp 2 % mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung zeigt, dass Eltern auch in einem rückläufigen Markt nicht grundsätzlich an der Ausstattung ihrer Kinder sparen. „Die sinkenden Geburtenzahlen sind für unsere Branche natürlich eine Herausforderung. Gleichzeitig sehen wir aber, dass Eltern bei ihren Kindern nicht einfach den Rotstift ansetzen“, sagt Franziska Köster, stellvertretende Geschäftsführerin des Handelsverband Spielwaren (BVS). „Sie kaufen bewusster und erwarten für ihr Geld Qualität, Sicherheit und echten Nutzen. Wer junge Familien versteht und mit guten Produkten, Beratung und Innovation überzeugt, kann auch in einem anspruchsvollen Markt bestehen.“
Kinderwagen werden flexibler und smarter
Bei Kinderwagen stehen Komfort und Flexibilität weiterhin im Mittelpunkt. Faltbare Babywannen entwickeln sich zunehmend zu einem Trend. Sie sparen Platz beim Transport und bei der Aufbewahrung und könnten sich künftig bei immer mehr Modellen als Standard etablieren. Auch ultraleichte Materialien, kompakte Einhand-Faltmechanismen und ausgefeilte Federungen sollen die Handhabung erleichtern. Gleichzeitig wird die Produktkategorie digitaler: Je nach Ausstattung lassen sich beispielsweise Unterstützungsstufen oder Schaukelfunktionen per App steuern und individuell anpassen. Elektrische Schiebehilfen unterstützen Eltern zudem auf Steigungen oder unebenem Gelände. Laut dem Marktforschungsunternehmen Interconnection Consulting wurden 2025 insgesamt 628.035 Kinderwagen einschließlich Buggys verkauft. Das entspricht einem Rückgang von 2,8 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um 3,1 %.
Autokindersitze: Digitale Funktionen unterstützen die Sicherheit
Bei Autokindersitzen entwickelte sich der Markt hingegen positiv. Nach Angaben von Interconnection Consulting kauften die Deutschen 2025 rund 2,1 Millionen Autokindersitze – 1,4 % mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg leicht um 0,4 %. Auch technologisch entwickelt sich die Kategorie weiter. Displays und Lichtsignale können anzeigen, ob der Sitz und die ISOFIX-Verankerung korrekt eingerastet sind. Vernetzte Modelle unterstützen Eltern zusätzlich per App bei der Installation oder senden Sicherheitswarnungen – etwa wenn ein Kind unbeaufsichtigt im Fahrzeug zurückbleibt. Die digitalen Funktionen sollen vor allem dazu beitragen, Anwendungsfehler zu vermeiden und Eltern zusätzliche Sicherheit im Alltag zu geben.
Baby- und Kleinkindspielzeug unter Druck
Beim Baby- und Kleinkindspielzeug gingen die Ausgaben 2025 zurück. Laut dem Verbraucherpanel Spielwaren von Circana sank der Umsatz mit Spielzeug für Kinder unter drei Jahren um rund 3,9 %.
Werden alle Produkte berücksichtigt, die laut Circana-Statistik für Kinder unter drei Jahren gekauft werden – darunter auch Sandspielzeug, Lego Duplo oder Bobby Cars –, gaben die Deutschen 2025 insgesamt rund 587 Millionen Euro aus.
Damit zeigt sich innerhalb des Baby- und Kinderausstattungsmarktes ein differenziertes Bild: Während die Zahl der Kinder sinkt, bleiben Ausgaben für sicherheitsrelevante und funktionale Produkte vergleichsweise stabil. Im Spielwarenbereich stehen Anbieter dagegen vor der Herausforderung, Eltern mit überzeugendem Nutzwert, Qualität und passenden Produktkonzepten für sich zu gewinnen.




