27.03.25 – Fünf Jahre nach Corona
Veränderungen im Konsumverhalten
Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie stellten einen Wendepunkt im Konsumverhalten dar. NIQ hat nun untersucht, was davon heute noch übrig ist und kommt zu dem Schluss: Der „Gönn-dir“-Trend der Lockdown-Zeit verblasst, Preisbewusstsein ist heute wichtiger denn je.
Am 22. März jährte sich der erste Corona-Lockdown in Deutschland zum fünften Mal – ein Einschnitt ins Arbeits- und Privatleben, wie wir ihn bis dahin nicht kannten und der nicht nur die Art und Weise wie wir leben und arbeiten veränderte, sondern auch unser Konsumverhalten. Eine Untersuchung von NIQ beschäftigt sich nun damit, welche Trends sich als temporär erwiesen haben und welche fester Bestandteil unseres Lebens geworden sind.
Dabei stellte NIQ u. a. das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus, das während der Pandemie einen regelrechten Höhenflug erlebte. Viele Menschen begannen damals, bewusster zu konsumieren. Laut NIQ hat sich dieser Trend aber inzwischen umgekehrt: Nachhaltigkeit wird zunehmend als Luxus betrachtet, denn wirtschaftliche Unsicherheit und Inflation verschieben die Prioritäten. Während 2019 noch 30 % der Menschen Schuldgefühle hatten, wenn sie sich nicht umweltfreundlich verhielten, sind es heute nur noch 22 %. Und wo vor Covid noch 34 % angaben, bereit zu sein, persönliche Opfer für den Klimaschutz zu bringen, waren es 2024 nur noch 24 %. Aber NIQ hat auch herausgefunden: Nachhaltigkeit wird dort nachgefragt, wo der Preis stimmt. So haben sich etwa besonders Bio-Produkte sowie vegane und vegetarische Lebensmittel als krisenresistent erwiesen.
Gesundheit, Werte und Arbeiten
Ebenfalls ein Hoch erlebten während der Pandemie soziale Werte wie Hilfsbereitschaft und Verantwortung. Sie sind NIQ zufolge auch heute noch wichtiger als vor Covid, jedoch ist die Euphorie abgeklungen. So ist etwa der Anteil derjenigen, die bewusst lokale Unternehmen unterstützen von 31 % im Jahr 2021 auf 29 % im vergangenen Jahr gesunken. Beim Gesundheitsbewusstsein kehrte sich der Trend um: 2020 suchten 29 % aktiv nach gesunden Produkten, 2024 lag der Anteil mit 22 % sogar unter dem Vor-Covid-Niveau. Ebenfalls rückläufig ist der Trend zum Homeoffice. 2024 arbeiteten nur noch 13 % ausschließlich von zu Hause, während hybrides Arbeiten mit 32 % stabil blieb.
Shoppingverhalten
Auch das Online-Shopping erlebte während der Pandemie einen Boom. 2019 wurden laut NIQ etwa ein Drittel der technischen Gebrauchsgüter online verkauft, 2021 sogar fast 50 %. Dieser Wert hielt sich beinahe: 2024 waren es 48 %. Für Omnichannel-Händler sind die Umsätze in der Relevanz deutlich gestiegen. Vor der Pandemie machten sie damit etwa 10 % des Umsatzes, 2021 waren es 19 % und heute sind es stabile 16 %.