30.01.26 – The Toy Association

Anime und Manga setzen ihren globalen Aufstieg fort

Lange galten Anime und Manga als Special-Interest-Thema einer jungen, gut vernetzten Community – doch diese Zeiten sind vorbei. Was einst als subkulturelles Phänomen begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Treiber für Popkultur, Lifestyle und Lizenzprodukte entwickelt.

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Ob detailreiche Actionfiguren, hochwertige Sammelartikel, Plüsch, Modellkits oder Trading Cards: Produkte aus der Anime- und Manga-Welt erleben eine nie dagewesene Nachfrage. © U.S. Toy Association

 

Als The Toy Association 2024 erstmals den Trend „Anime Mania“ identifizierte, spiegelte dies eine Entwicklung wider, die bereits deutlich im Gange war: Anime und Manga hatten sich längst aus ihren einstigen Nischen gelöst und entwickelten sich zu prägenden kulturellen Kräften – mit wachsendem Einfluss auf Entertainment, Mode und zunehmend auch auf den internationalen Spielwarenmarkt.

Knapp zwei Jahre später hat sich diese Dynamik weiter verstärkt. Laut einem EMarketer-Report aus dem Jahr 2025 sehen 50 % der Generation Z mindestens einmal pro Woche Anime-Inhalte, 14 % sogar täglich. Auch bei den Millennials ist das Interesse hoch: 48 % konsumieren Anime täglich oder wöchentlich. Die anhaltende Expansion von Streaming-Plattformen, der internationale Erfolg von Kinoproduktionen sowie die generationsübergreifende Fangemeinde haben Anime zu einem stabilen Treiber für lizenzierte Produkte weltweit gemacht. „Die besondere Stärke von Anime für die Spielwarenbranche liegt in seiner Zugänglichkeit“, erklärt Adrienne Appell, Executive Vice President Marketing Communications bei The Toy Association. „Klassische und neue Serien existieren parallel auf Plattformen wie Netflix, Crunchyroll, YouTube und anderen. Das ermöglicht es Konsumenten, sowohl langjährige Franchises zu entdecken als auch neue Erfolgsformate nahezu in Echtzeit kennenzulernen.“

Dieses „Always-on“-Umfeld hat dazu geführt, dass bestimmte Marken dauerhaft im kulturellen Alltag junger Zielgruppen präsent sind. Franchises wie One Piece, Naruto, Jujutsu Kaisen, Spy x Family oder Chainsaw Man führen nicht nur Streaming-Rankings an, sondern treiben weltweit die Nachfrage nach Spielwaren und Sammelartikeln – in Zusammenarbeit mit Herstellern wie Lego, Jazwares, Tomy, Bandai, Pop Mart und weiteren Lizenzpartnern.

Wandel im Konsumverhalten

Die Entwicklung spiegelt zudem einen grundlegenden Wandel im Konsumverhalten wider, den The Toy Association im Rahmen ihrer Trendanalysen beobachtet: Fans begreifen Marken zunehmend als Teil ihrer Identität, nicht lediglich als Unterhaltungsangebot. Anime eignet sich in besonderem Maße für diese tiefere Form der emotionalen Bindung. Eine von Wakefield Research im Auftrag von The Toy Association durchgeführte Umfrage unter US-Eltern zeigt, dass 76 % der Millennial-Eltern gerne mit ihren Kindern Spielzeug nutzen, das auf gemeinsamen Entertainment-Interessen basiert. 30 % nannten dabei explizit Anime- und Manga-inspirierte Produkte.

Charakterstarke Designs, emotional erzählte Geschichten und weitläufige Fantasy-Welten laden dazu ein, die Lieblingsserien auch über physische Produkte weiterzuerleben. Für Hersteller eröffnet dies die Möglichkeit, Sortimente zu entwickeln, die sowohl erfahrene Sammler als auch junge Erstkonsumenten ansprechen.

Während sich The Toy Association auf die Präsentation der offiziellen Spielwaren-Trends 2026 auf der Toy Fair in New York im Februar vorbereitet, bleibt Anime ein Segment, das weiterhin intensiv beobachtet wird. Lizenzprogramme werden ausgebaut, neue Zielgruppen entstehen durch lokalisierte Inhalte, und insbesondere erwachsene Sammler („Kidults“) zeigen eine hohe Investitionsbereitschaft für hochwertige Produkte rund um ihre bevorzugten Franchises.