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22.02.19 – Optimierspiel für 1-4 Utopisten

2F-Spiele: Futuropia

Arbeitslosigkeit ist keine Schande, sondern das neue Ziel! Und das ist erst erreicht, wenn alle Menschen faulenzen, während die Maschinen schuften.

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Eine Wohnanlage besteht aus unterirdischen Generatoren und Wohnräumen, die an der Oberfläche zum Faulenzen einladen. © P. Tonn

 
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Für Spielgeld lassen sich in „Futuropia“ Räume zum Wohnen und zur Ressourcen-Produktion kaufen. © P. Tonn

 
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Bei „Futuropia“ von Friedemann Friese handelt es sich um ein Wirtschaftsspiel mit einem Twist: In anderen Titeln geht es meistens darum, Produktion und Profit zu steigern, Städte zu vergrößern und immer mehr zu schaffen – quasi für mehr zu arbeiten.

„Futuropia“ will jedoch genau das Gegenteil: Zwar soll die Wohnanlage wachsen, um weiteren Bewohnern Platz zu bieten, doch kann es dann nicht deren Aufgabe sein, den ganzen Tag lang nur zu arbeiten.

In dieser Utopie ist der Mensch nur da ganz Mensch, wo er spielt ... oder musiziert oder Sport treibt oder sich irgendeiner anderen Freizeitbeschäftigung hingibt. Und deshalb müssen sich die Wohnanlagen durch den geschickten Einsatz von Robotern und besseren Generatoren selbst versorgen, um alle darin lebenden Menschen vorzeitig in den wohl verdienten Ruhestand zu schicken.

Der Weg in die Freizeit

Statt einen gemeinsamen Spielplan zu nutzen, stellen sich die Futuropisten ihre eigenen Wohnanlagen aus unterschiedlichen Karten zusammen. Diese Wohnräume und Generatoren für Nahrung und Energie kaufen sie für Spielgeld und legen sie anschließend vor sich aus.

Das oberste Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich von den Arbeitsplätzen an den Generatoren im Keller in die Freizeitzonen der oberirdischen Wohnräume zu bringen. Denn am Spielende bringen arbeitslose Menschen die meisten Siegpunkte ein.

Doch wie soll diese Utopie des Nichtstuns Wirklichkeit werden? Indem die Optimierer die folgenden Aktionen zu taktisch günstigen Zeitpunkten einsetzen: Generatoren kaufen und deren produzierte Ressource (Nahrung oder Energie) erhalten, Roboter einsetzen und die erforderliche Energie bezahlen, Geld aus Subventionen nehmen, Menschen einladen und ernähren sowie Wohnräume anbauen.

Für jeden Roboter kann ein Mensch seinen Arbeitsplatz am Generator verlassen und stattdessen seine freie Zeit genießen. Doch jeder Roboter sowie einige Wohnräume erfordern Energie, während alle Menschen essen müssen.

Diesen Kreislauf aus Produktion und Verbrauch gilt es zu perfektionieren, um ein sich selbst versorgendes System hervorzubringen. Das beste, sprich arbeitsärmste und daher freizeitreichste Wohnprojekt gewinnt!

 

Fazit

„Futuropia“ verleiht dem manchmal roboterhaft wirkenden Wirtschaftsspiel-Genre einen sehr menschlichen und humorvollen Anstrich. Das einfache Kosten-Nutzen-Grundprinzip lässt sich durch einen Solo-, einen Ausbau- und einen Experten-Modus beliebig erweitern, sodass auch Profi-Optimierer noch etwas zu tun haben – diese unverbesserlichen Opfer des Leistungssystems!

 

Lob zum Spiel

+ humorvolles Thema zieht sich auch durch Anleitung & Co.

+ wertiges Spielmaterial inkl. Zip-Beutel zum Verstauen

+ Grundspiel durch drei weitere Modi nach Belieben erweiterbar

+ Retro-Illustrationen versprühen 90er-Charme

Kritik zum Spiel

– komplizierte Endwertung erfordert v. a. bei vier Spielern Zettel und Stift

– leider nur eine Utopie ...