02.07.26 – Studie vom EHI

Diebstahl führt zu Rekordschaden

Die aktuelle EHI-Studie weist erstmals einen Schaden von mehr als 3 Mrd. € durch Ladendiebstahl aus. Erfasst wurden rund 380.000 Fälle, während die Dunkelziffer auf etwa 24,8 Mio. Taten geschätzt wird.

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Ladendiebstahl hat im Jahr 2025 im Einzelhandel in Deutschland einen Schaden in neuer Rekordhöhe verursacht. © WS-Design/stock.adobe.com

 

Ladendiebstahl hat den Einzelhandel in Deutschland 2025 Waren im Wert von mehr als 3 Mrd. € gekostet. Gegenüber 2022 entspricht das einem Plus von 25 %. Ein Drittel des Schadens geht laut EHI auf das Konto organisierter Kriminalität. Für viele Handelsunternehmen spricht das Institut von einer dramatischen Entwicklung.

Registriert wurden im vergangenen Jahr rund 380.000 Ladendiebstähle. Gleichzeitig schätzt das EHI die Dunkelziffer auf über 98 % und beziffert die Zahl unentdeckter oder nicht angezeigter Delikte auf 24,8 Mio. pro Jahr.

Anzeigen lohnen sich aus Händlersicht oft nicht

Viele Händler verzichten laut Handelsverband Deutschland (HDE) inzwischen auf Strafanzeigen, weil diese selten zu Verurteilungen und spürbaren Sanktionen führen. Der mit der Anzeige verbundene bürokratische Aufwand gilt als hoch, der Ertrag als gering.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bezeichnet Ladendiebstahl als kein Kavaliersdelikt und fordert ein Umdenken: Die Politik müsse „wachgerüttelt“ werden. Seit dem Ende der Corona-Pandemie 2023 nähmen die Diebstähle wieder massiv zu, so Genth. Er sieht die politisch Verantwortlichen in der Pflicht, mit entschlossenen Maßnahmen gegenzusteuern.

Hohe Sicherheitsausgaben und Forderung nach Gesetzesänderung

Parallel zu den Verlusten investieren Händler jährlich rund 1,7 Mrd. Euro in Kameraüberwachung, Warensicherung und Sicherheitspersonal. Der HDE fordert, Präventionsmöglichkeiten zu optimieren: Offene und auch KI-unterstützte Videoüberwachung solle generell möglich sein, um Ermittlungen zu erleichtern und das Vertrauen der Unternehmen in die Behörden zu stärken.

Um gewerbsmäßige und bandenmäßig agierende Täter wirksam zu sanktionieren, hält der Verband strafrechtliche Änderungen bei schweren Diebstahlsdelikten für dringend erforderlich. Nach Einschätzung des HDE geschieht bislang zu wenig, um den Einzelhandel – vom Einrichtungshaus bis zum Fachgeschäft für Wohnaccessoires – vor Diebstählen zu schützen.

Der Handelsverband Deutschland vertritt nach eigenen Angaben 280.000 Einzelhandelsunternehmen mit drei Mio. Beschäftigten an 400.000 Standorten und einem Jahresumsatz von rund 630 Mrd. Euro.