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01.09.15 – Herausforderungen

Nachwuchs gesucht!

Der Fachkräftemangel ist wohl einer der größten Herausforderungen, denen sich die Wirtschaft in den kommenden Jahren stellen muss.

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Um auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte für den Handel zu generieren, sind Initiativen gefragt. Foto: U.Weinrich_pixelio.de

 
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Der Bedarf an Beschäftigten im Einzelhandel ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

 

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 518.391 Jugendliche einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen – das waren 1,4 % weniger als im Vorjahr.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, belegte dabei der Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit 31.080 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen erneut den Spitzenplatz. In den vergangenen Jahren ist es aber auch deutlich schwieriger geworden, geeignete Bewerber für ausgeschriebene Stellen zu finden. 

Somit gilt der Fachkräftemangel als wohl eine der größten Herausforderungen, denen sich die Wirtschaft in den kommenden Jahren stellen muss. In diesem Zusammenhang fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) dringend eine Aufwertung der Berufsausbildung. „Schulen und Berufsberatung müssen Ausbildung und Studium als gleichwertige Alternativen für eine Karriere darstellen. Ansonsten bekommt der Handel vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der weiter steigenden Studierneigung nicht mehr ausreichend Auszubildende“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Zwar liege die Ausbildungsquote der Branche noch deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Jedoch sank seit 2007 die Zahl der Auszubildenden im Einzelhandel der neuen Bundesländer um fast ein Viertel, im Westen nur um 1,8 %. „Im Osten sind die bittersten Jahre am Ausbildungsmarkt wohl vorbei, im Westen aber stehen die Unternehmen in den nächsten Jahren bei der Suche nach Auszubildenden vor großen Herausforderungen“, so Genth weiter.

Strategien gegen den Fachkräftemangel

Um auch in Zukunft ausreichend Auszubildende für den Handel begeistern zu können, setzt sich der Verband dafür ein, von der zunehmenden Zahl der Studierberechtigten deutlich mehr als bislang in den Einzelhandel zu holen. Das könne aber nur mit Hilfe einer verbesserten Berufsorientierung in den Gymnasien und attraktiver Qualifizierungsangebote wie den Abiturientenprogrammen des Handels gelingen. Darüber hinaus müssten Studienabbrecher besser in die Qualifizierungswege des Handels integriert werden.

Genth: „Wir müssen neue, moderne und attraktive Berufe schaffen. Der HDE hat deshalb den neuen Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce vorgeschlagen.

Darüber hinaus stehe auch eine erneute Modernisierung der beiden Einzelhandelsberufe an. „Ausbildung im Einzelhandel bedeutet neben Einzelhandelskauffrau bzw. Einzelhandelskaufmann auch Fachinformatiker/in oder Informatikkauffrau bzw. -kaufmann“, erläutert dazu Stephan Tromp, stellv. Geschäftsführer des HDE.

Angetrieben durch die zunehmende Digitalisierung entstehen neue Ansprüche an den Einzelhandel, die sich auch in der Vielfalt der Ausbildungsberufe widerspiegelt.“