Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

11.01.15 – Fachgeschäft des Monats Januar 2015

Die Spielkiste – Die Leidenschaft fürs Basteln

„Als Teilzeit-Unternehmerin mit der großen Bastel-Lust“ bezeichnet sich Stefanie Ringwald selbst mit einem Augenzwinkern. Die Inhaberin von „Die Spielkiste“ hat ihr Fachgeschäft in Gäufelden mit großem Engagement und viel Herzblut zu einem Kundenmagnet aufgebaut, wenn es um Kreativität geht.

Die Spielkiste Stefanie Ringwald

Das Damen-Team rund um Stefanie Ringwald (Mitte) zeigt sich bestens eingespielt.

 
Die Spielkiste Spielwarenbereich

Der Spielwarenbereich bildet eines von insgesamt vier Standbeinen des Fachgeschäftes „Die Spielkiste“.

 
Alle Bilder anzeigen

Als sich Stefanie Ringwald vor rund neun Jahren mit einem Spielzeug- und Bastelgeschäft in die Selbstständigkeit wagte, tat sie das mit dem ganzen Herzen. „Als Quereinsteiger hatte ich schon immer mit dem Gedanken geliebäugelt, mich mit Spielwaren selbstständig zu machen. Nach der Geburt meines ersten Kindes hatte ich knapp 18 Monate bei einem befreundeten Fachhändler gearbeitet und dabei meine eigentliche Berufung und Passion erkannt“, führt die Inhaberin aus.

Als sich schließlich im November 2005 die Chance ergab, ein bereits eingeführtes Geschäft im Gewerbegebiet in Gäufelden zu übernehmen, zögerte sie nicht lang. Tatkräftige Unterstützung in Sachen Selbstständigkeit erhielt sie dabei von ihrem Ehemann, der ebenfalls ein eigenes Unternehmen führt.

Auch auf die kompetente Unterstützung von Idee+Spiel setzt Stefanie Ringwald, für die es von Anfang an klar war, sich dem Hildesheimer Verband anzuschließen, denn da „habe alles gepasst und der gegenseitige Austausch stimmt einfach“. Ganz behutsam und mit viel Geschick und Geschmack baute sie allmählich die übernommenen Räumlichkeiten um. „Es waren vor allem die hohen Regale, die den Eindruck erweckten, in einem Labyrinth zu sein“, schildert Ringwald die Gegebenheiten, die sie in dem rund zwei Jahre alten Gebäude vorfand.

Aus voller Überzeugung

Eine Tatsache, die sie schnell änderte, um ihren Kunden das Einkaufen möglichst angenehm zu machen. Zudem wurde die gesamte Präsentation systematisch sortiert und geordnet, um bei der Fülle des Angebotes und den vielen kleinteiligen Bastel-Produkten einen optimalen Überblick zu verschaffen. Das kaufmännische Wissen eignete sich die tatkräftige Frau „learning-by-doing“ an. Bereut hat sie diesen Schritt in die Selbstständigkeit seitdem „immer mal wieder“, wie sie offen und unumwunden zugibt – schließlich sei die Branche eine hartumkämpfte, die auch von Zeit zu Zeit Zugeständnisse und Kompromisse abfordere. Aber letztlich siege dann doch immer wieder die „pure Lust am Verkaufen“, wie Stefanie Ringwald mit voller Überzeugung betont.

„Die Chemie zwischen dem Kunden und dem Verkäufer muss einfach stimmen, dann läuft das Geschäft.“

Und zudem mache es ihr einfach zu großen Spaß und bringe ihr persönlich sehr viel. „Man muss im Verkauf mit Menschen umgehen können und dabei das richtige Fingerspitzengefühl beweisen“, meint die Inhaberin. Dabei ist sie sich bewusst, dass das nicht immer ganz einfach ist. „Die Chemie zwischen dem Kunden und dem Verkäufer muss einfach stimmen, dann läuft das Geschäft“, weiß die Unternehmerin. Dass darin ihre große Stärke liegt, beweist die positive Entwicklung des Fachgeschäftes. Heute leben davon insgesamt fünf Angestellte – eine Tatsache, der sich Stefanie Ringwald sehr bewusst ist.

Ihr Team liegt der mittlerweile zweifachen Mutter sehr am Herzen: So kann sie das Geschäft auch durchaus die eine oder andere Stunde in den Händen ihrer Angestellten lassen, wenn sie sich um ihre Kinder kümmern muss. So zeigt sich das Fachpersonal bestens eingearbeitet. Zudem üben sie ihren Beruf ebenfalls mit dem notwendigen Verantwortungsgefühl, vor allem aber mit Leidenschaft und der notwendigen „Bastel-Lust“ aus.

Mit Kompetenz und Beharrlichkeit zum Erfolg

Gerade in den letzten Jahren habe der rund 530 m2 große Laden den stetig steigenden Wettbewerbsdruck zu spüren bekommen. Zwar habe man in der unmittelbaren Nachbarschaft keine unmittelbare Konkurrenz. Besonders zu schaffen macht dem Team aber die Tatsache, dass zahlreiche branchenfremde Anbieter, wie beispielsweise Müller, Real, Aldi und Tchibo, ebenfalls ganzjährig Spielwaren in ihrem Standardsortiment führen und im Hinblick auf Weihnachten dieses Angebot deutlich ausbauen und zudem durch Bastelartikel ergänzen. Reine Spielwarenfachgeschäfte in derselben Größenordnung gibt es aber am Ort nicht.

Zum Glück hat sich „Die Spielkiste“ in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erarbeitet, der weit über die Grenzen von Gäufelden, einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg im Landkreis Böblingen, hinausgeht. So lebt das Geschäft vor allem durch die Empfehlungen, die treue Kunden weitertragen. Auf teure und aufwändige Marketing-Aktionen verzichtet man bewusst. „Es hat aber durchaus rund acht Jahre gedauert, bis wir so richtig bekannt und akzeptiert wurden“, betont Ringwald, deren Beharrlichkeit und Ausdauer sich auszahlt. So kommen heute viele Neukunden, die von der Kompetenz der „Spielkiste“ in Sachen Kreativität gehört haben und sich den einen oder anderen Ratschlag und Tipp von dem kompetenten Frauenteam holen.

Anhaltender Trend zur Kreativität

Mit insgesamt vier Standbeinen hat sich „Die Spielkiste“ solide aufgestellt: Neben Spielwaren und Büchern, bietet man eben auch Schreib- und Bastelwaren an. Dabei zeigen sich alle Bereiche optisch ansprechend voneinander getrennt. Anfangs nahm das Angebot im Kreativ-Bereich einen eher bescheidenen Rahmen im Vergleich zum gesamten Sortiment ein. Heute steht rund ein Drittel der gesamten Verkaufsfläche für das kreative Hobby zur Verfügung – damit trägt man dem erfreulich wachsenden Trend Rechnung, der sich vor allem in den vergangenen zwei Jahren nachhaltig auf den Erfolg des Geschäftes auswirkt.

„Die Leute wollen sich in ihrer Freizeit sinnvoll beschäftigen und wieder etwas selber machen“, unterstreicht die Unternehmerin diese Tatsache. Das Angebot bei „Die Spielkiste“ ist dementsprechend umfangreich und wurde behutsam und sukzessive ausgebaut. So reicht das Sortiment von zahlreichen Papiersorten in allen gängigen Farben, Größen und Stärken, bis hin zu Keilrahmen, Karten zum Selbstgestalten, Glitzerstiften, Perlen, Farben und Klebern bis hin zu Märchenwolle zum Filzen. Auch Komplettpackungen gängiger Hersteller, wie beispielsweise MyBoshi finden sich hier.

Ein ungeschriebenes Credo des Geschäftes ist es dabei, alles live erklären zu können. „Man muss selbst ein kreativer Kopf sein, um die verschiedenen Möglichkeiten des Bastelns zu vermitteln, sonst klappt das nicht“, führt Ringwald dazu aus. Trotz eines hohen Beratungsaufwandes, der zeitlich deutlich über dem des Spielwarenverkaufs liegt, genüge dies oftmals nicht. Vielmehr komme es vor allem auf Anwendungsmöglichkeiten und Lösungen an. So sind es oftmals nur Kleinigkeiten, die zum Gelingen eines selbstgemachten Kunstwerkes beitragen würden. Stolz verweist die Geschäftsfrau in diesem Zusammenhang auf ihre Angestellten, die immer wieder neue Anregungen in ihren Beruf einbringen.

Blickpunkte im Mittelpunkt

Speziell vor Weihnachten erhöhe sich die Nachfrage der überwiegend weiblichen Zielgruppe nach neuen Tipps und Vorschlägen – diesen werde man durch eine Verlängerung der Öffnungszeiten an den Adventssamstagen gerecht. Auch die großzügigen Schaufenster und die gesamte Ladenfläche werden mit entsprechenden Szenen stimmungsvoll dekoriert, um möglichst viele Anregungen zu geben. Saisonale Themeninseln zu jeder Jahreszeit und zu vielfältigen Anlässen geben gezielt Inspirationen – dabei dürfen die Produkte und die passenden Materialien ausdrücklich auch selbst in die Hand genommen werden. Ein besonderes Highlight stellt jedes Jahr vor Weihnachten der individuell entwickelte Adventskalender dar, den das Team mit viel Liebe und Aufwand herstellt. „Unser jüngster Vorschlag zeigte sich dabei äußerst dekorativ mit kleinen Schächtelchen gestaltet, die an einem großen Ast hängen. Dies stieß auf große Resonanz, so dass wir so viel Papier wie noch nie dafür verkauft haben“, freut sich Stefanie Ringwald.

Und so ist es nur verständlich, dass das gesamte Verkaufsteam mittlerweile regelrecht vom „Bastel-Fieber“ befallen sei und immer wieder mit neuen Kreationen seine Kunden überrasche. Das ganze Jahr über wurden vor allem die „Loom-Bänder“ stark nachgefragt, hier halte man sich jetzt aber zurück, da der Konkurrenzdruck in der Zwischenzeit zu stark sei. „Diese Freiheit, sich auch mal gegen Hypes und den Mainstream zu entscheiden, nehmen wir uns hin und wieder. Hier ticken wir eben anders“, meint Stefanie Ringwald. Einen wieder aufkommenden Trend sehe man derzeit bei „Window Colour“, der nach rund zehn Jahren heute wieder neue Fans findet. Bei der Zusammenstellung des Sortiments verlassen sich die Damen vor allem auf ihr Bauchgefühl, weniger auf eine Bestseller-Liste.

„Das Feeling in der Bastelbranche stimmt einfach.“

Aus diesem Grund freue man sich jedes Jahr auf den Besuch der Frankfurter Fachmesse Paperworld/Creativeworld, um dort gezielt Ausschau nach innovativen Produkten zu halten. Dabei genießt Stefanie Ringwald die inspirierende Atmosphäre und das unkomplizierte Miteinander. Hier sei man sehr offen und nicht so stark etabliert – „das Feeling in der Bastelbranche stimmt einfach“, meint die Geschäftsführerin. Auch die Spielwarenmesse in Nürnberg stehe jedes Jahr auf dem Plan – dieses Mal hat sich Stefanie Ringwald jedoch entschieden, etwas mehr Zeit einzuplanen, da man auch hier gezielt nach Neuheiten suchen möchte.

Gezielte Optimierung

Für die nächsten Monate hat sich die Unternehmerin vorgenommen, ihr Geschäft weiter zu optimieren, um den Kunden eine verbesserte Orientierung und noch mehr Komfort zu ermöglichen. Künftig werden Besucher die entsprechenden Angebote konzentriert an einer Stelle finden. „Schließlich soll sich der Kunde bei uns wohlfühlen und wiederkommen“, folgert Stefanie Ringwald. Aber auch dies wird der engagierten Geschäftsfrau und „Teilzeit-Unternehmerin“ mit viel Gespür gelingen!

Die Spielkiste, Gäufelden

Gegründet: 2005 in Gäufelden

Inhaberin: Stefanie Ringwald

Verkaufsfläche: 530 m²

Mitarbeiter: Stefanie Ringwald und 5 Mitarbeiterinnen

Sortiment: Markenspielwaren, Bücher, Schreib- und Bastelware

Besonderheit: Umfangreiches Angebot im Kreativ-Bereich, persönliche Beratung, saisonale Themeninseln