10.02.26 – Fachgeschäft des Monats

Kreativität fördern und Fantasie anregen

Das Fachgeschäft „Spielzeux“ in Frankfurt-Sachsenhausen überzeugt mit einem liebevoll kuratierten Sortiment aus über 80 Marken, das Kreativität und Fantasie von Kindern fördert. Inhaberin Nicola Timm zeigt, wie sie Qualität, Nachhaltigkeit und Beratung lebt und dadurch zahlreiche Kunden anlockt.

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Bevor sie ihr eigenes Spielwaren-Fachgeschäft eröffnete, war Nicola Timm als Strickdesignerin u. a. für einen Strumpfwarenhersteller tätig. © Spielzeux

 
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In ihrem Geschäft legt sie viel Wert auf pädagogisch wertvolles Spielzeug aus hochwertigen Materialien. © Spielzeux

 
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Die Idee zu „Spielzeux“ entstand 2012, als Nicola Timm noch als Modedesignerin tätig war und für nahmhafte Firmen wie Benetton oder Stefanel Kinder-Accessoires entwickelte. Auf ihren Inspirationsreisen nach London, Paris und Amsterdam entdeckte sie Spielwarenläden, deren Regale nicht von Plastik dominiert wurden, sondern originelle, kreative Spielideen aus Holz, Pappe und hochwertigen Materialien präsentierten. „Nicht grell und laut kam das Sortiment daher, sondern kreativ und edukativ. Meinen damals sechsjährigen Sohn hätte ich mit den vielen schönen Spielsachen überschütten können“, erzählt sie.

Im Herbst 2012 eröffnete sie nach eigenhändiger Renovierung schließlich in Neu-Isenburg ihren ersten Laden. Unterstützung erhielt sie dabei von ihrer Mutter, die sich in Sachen Finanzen und Buchhaltung einbrachte. Die Fläche betrug nur 15 m², direkt gegenüber einer Kita. „Das Geschäft hatte Jahrzehnte lang leer gestanden. Es war klein, aber perfekt, weil es nah an meiner Wohnung lag. Als alleinerziehende Designerin brauchte ich kurze Wege“, erinnert sich die Inhaberin. Bereits 2013 startete der Onlineshop, der das Sortiment digital verfügbar machte. Ende 2015 zog „Spielzeux“ in die Fußgängerzone von Neu-Isenburg und seit August 2016 befindet sich das Geschäft im Herzen von Frankfurt-Sachsenhausen. Damals hat Nicola Timm ihren Job als Designer an den Nagel gehängt und setzt seither vollständig auf das Fachgeschäft.

Sortiment und Leitlinie

Das Sortiment von „Spielzeux“ umfasst heute über 80 Marken, darunter bekannte Lieferanten wie Djeco, Jellycat, Legami, Maileg und Meri Meri. Außerdem finden sich Produkte von Vilac, Le Toy Van, Plantoys sowie Floss & Rock in den Regalen. Lokale Hersteller wie die „Neuen Freunde“ aus Frankfurt oder der MeterMorphosen Verlag ergänzen das Angebot. „Die Spielwaren, die ich verkaufe, sollen sowohl ansprechend für Eltern und Großeltern als auch für die Kinder selbst sein. Sie sollen die Fantasie anregen, vielseitig einsetzbar sein, mitwachsen, Geschicklichkeit fördern oder Brain-Games sein. Und sie sollen sich ansprechend präsentieren. Packaging ist mir wichtig“, erklärt die Händlerin.

Die Aufteilung des Ladens erfolgt sowohl nach Altersgruppen – null bis sechs Jahre, sechs bis zwölf Jahre, Jugendliche und Erwachsene – als auch nach Themen: Partyzubehör, Akrobatik, Gesellschaftsspiele, Kuscheltiere, Puppen und saisonale Artikel für Ostern, Halloween oder Weihnachten.

„In einer Welt der Einweg-Geschenke werden wir oft mit Regalen voller Plastikspielzeug konfrontiert. Unsere Produkte sind Herausforderungen zum kreativen und selbstständigen Denken. Sie können verregnete, aber auch sonnige Nachmittage bereichern. Ich finde es schön, die Fantasie der Kinder anzuregen und ihren Verstand durch originelle Experimentier- oder Bausätze herauszufordern“, sagt Nicola Timm.

Lage, Zielgruppe und Hersteller

Mit seinen 90 m², inklusive rund 30 m² für Lagerfläche und Packstation für den Onlinehandel, liegt „Spielzeux“ im gut situierten Stadtteil Sachsenhausen, unweit der Schweizer Straße und der U-Bahn-Station Schweizer Platz. Vor dem Laden stehen Parkplätze bereit. „Praktisch in ganz Frankfurt gibt es kein vergleichbares Spielwarengeschäft. Die Spielwarenabteilung des nahegelegenen Drogeriemarkts Müller bietet ein komplett anderes Sortiment. Es gibt so gut wie keine Überschneidungen“, erklärt Nicola Timm.

Sachsenhausen, so weiß sie, ist nach dem Prenzlauer Berg in Berlin der deutsche Stadtteil mit den meisten Kindern. Die zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung machen „Spielzeux“ leicht erreichbar. Die Kunden kommen aus Frankfurt, angrenzenden Städten und oft gezielt für ausgewählte Produkte.

Zusammenarbeit mit Herstellern

Eine gute Zusammenarbeit mit Herstellern ist der Händlerin sehr wichtig. „Mit vielen Herstellern oder Großhändlern habe ich über die Jahre ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut, sei es hier in Deutschland oder im Ausland. Leider gibt es aber einige Firmen, die den kleinen Einzelhandel als Sprungbrett nutzen und dann Mindestbestellwerte so hoch setzen, dass man nicht mehr mithalten kann“, berichtet sie.

Jedes Jahr kommt Nicola Timm nach Nürnberg zur Spielwarenmesse, manchmal fährt sie auch nach Paris. „Ich besuche internationale Messen, gehe aber auch zur Ambiente und zur Buchmesse in Frankfurt, das ist Heimspiel“, sagt sie. „Neuheiten entdecke ich aber auch in der Fachpresse.“ Geordert wird dann fast ausschließlich online in den B2B-Stores oder per E-Mail.

Marketing, Kundenbindung und Service

Der Onlineshop ist ein zentrales Instrument von „Spielzeux“: „Er fungiert hier in Frankfurt wie ein Katalog. Kunden kommen schon mit der virtuellen Einkaufsliste in den Laden oder bestellen zum Abholen, shoppen dann aber auch vor Ort weiter“, erläutert die Händlerin.

Der persönliche Service ist außerdem ein wichtiger Bestandteil des Erfolgsrezepts. Beratung wird bei „Spielzeux“ jedem Kunden angeboten, auch wenn er nur eine Kleinigkeit sucht. Und soweit die Zeit es erlaubt, packen Nicola Timm und ihre beiden Angestellten Geschenke direkt vor Ort ein. Social Media, insbesondere Instagram, ergänzt die Kommunikation. Einmal pro Woche will sie in etwa einen Post absetzen, um Produkte und saisonale Angebote zu präsentieren. Ihr inzwischen fast 20-jähriger Sohn, lange Versuchskaninchen für Neuheiten im Sortiment, hilft ihr dabei.

Das Schaufenster von „Spielzeux“ wird regelmäßig neu gestaltet. „Als Designerin fällt mir das relativ leicht und geht recht fix“, sagt Nicola Timm.

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal von „Spielzeux“ ist die exklusive Auswahl an Marken und Produkten, die in anderen Spielwarenläden nicht unbedingt zu finden sind. „Wir bieten Spielwaren und Geschenkideen für Kinder bis hin zum Teenageralter und auch für junggebliebene Erwachsene. ‚Spielzeux‘ ist ein Concept-Store“, betont die Inhaberin, die derzeit aus persönlichen Gründen nach einer Nachfolge sucht und sich über Angebote freut.

Die größte Herausforderung liegt Nicola Timm zufolge aber in der Balance zwischen stationärem Handel und Onlineshop. „Man darf den stationären Handel nicht zugunsten des Onlinegeschäfts verlieren“, sagt sie.

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