06.07.23 – BVS/DVSI

Zweite Ausgabe knüpft an erfolgreiche Premiere an

Am 5. Juli luden der Handelsverband Spielwaren (BVS) und der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) zum zweiten gemeinsamen Zusammenspiel – anders als noch im Vorjahr angekündigt, trafen sich Handel und Industrie jedoch nicht in der Schweiz, sondern in der Hauptstadt Berlin. Die knapp 100 Teilnehmer durften sich über informative und kompakte Vorträge, eine spannende Diskussionsrunde sowie eine besondere Abendveranstaltung freuen.

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Steffen Kahnt (li.) und Ulrich Brobeil (re.) zusammen mit SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. © Christophe Gateau

 
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In einer abschließenden Debatte stellten sich Handel- und Industrievertreter den Fragen rund um die Novellierung der Spielzeugrichtlinie. © Christophe Gateau

 

Als Tagungs-Location diente das Willy-Brandt-Haus: Das transparente und preisgekrönte Gebäude, 1996 eingeweiht, ist mehr als nur eine „Parteizentrale“. Das Haus gilt als offenes Kultur- und Kommunikationszentrum, in dem Lesungen,, Tagungen, Podiumsdiskussionen, Seminare und Konzerte stattfinden – und eben auch das zweite Zusammenspiel. Gastgeber war Kevin Kühnert, Generalsekretär der SPD. Nach einer kurzen Begrüßung von BVS-Geschäftsführer Steffen Kahnt und DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil ging es gleich in medias res. Zunächst gaben Steffen Kahnt und Franziska Köster eine kurze Vorstellung des BVS zum Besten. Dabei betonten sie, dass sie täglich im direkten Kontakt mit dem Handel stehen und daher wissen, „wo der Schuh drückt“. Steht politisch was an, ist der BVS zur Stelle, schließlich wolle man immer das Beste für die Händler herausholen. Gibt es neue Regulierungen, verstünde man sich als Erklärer. So sei das auch bei der Aktion Autokindersitz, wo deutschlandweit Verkäufer geschult werden.

Ab dem Mittag stand die Industrie im Vordergrund. Ulrich Brobeil eröffnete die DVSI-Mitgliederversammlung und porträtierte kurz und knapp die wichtigsten Themen seines Verbands, beleuchtete die fünf Eckpfeiler des Verbands und präsentierte das Vorstandsteam. Zu diesem gehören Christian Alsbaek (Rollplay), Beate Becker (Heless), Paul Heinz Bruder (Bruder Spielwaren), Susanne Knoche (Ravensburger), Dr. Rainer Noch (Noch), Karen Pascha-Gladyshev (Lego) und Felix Stork (Simba Dickie Group). Danach folgte der Finanzbericht. Hier erläuterte Brobeil, dass man auch 2022 gut gewirtschaftet habe. Der Jahresabschluss wurde einstimmig genehmigt, Vorstand und Geschäftsführung wurden ebenfalls einstimmig entlastet.

Im Anschluss folgte das Grußwort des Gastgebers, Kevin Kühnert. Der Generalsekretär der SPD, der eine berufliche Spielzeugvergangenheit bei myToys mit bringt, stellte sich daher bereitwillig den Fragen der Teilnehmer. Kosten- und Bürokratieexplosionen sowie Mindestlohn waren u. a. die Punkte, die zur Sprache kamen und rege mit verschiedenen Wortbeiträgen kommentiert wurden.

 

Brennpunkt Spielzeugrichtlinie

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Novellierung der Spielzeugrichtlinie. Gleich zu Beginn verkündete Brobeil allerdings die „schlechte Nachricht“. „Brüssel lässt uns zappeln. Der Entwurf der neuen Spielzeugverordnung sollte längst vorliegen, wurde aber mehrmals verschoben und ist jetzt für Mitte Juli angekündigt.“ Brobeil leitete gekonnt an den ersten Referenten des Tages, Rechtsanwalt Dr. Arun Kapoor von Noerr, und dessen Vortrag „Recht – darauf sollten Sie sich gefasst machen. Verantwortung für die Spielzeugsicherheit – Persönliche Risiken für die Geschäftsleitung von Industrie und Handel bei fehlender Product Compliance“ über.

Der anschließende Vortrag von Regierungsdirektor Joachim Geiß lautete: „Die geplante ,Nachschärfung' – Eckpunkte des KOM-Vorschlags für die neue EU-Spielzeugverordnung“.

Hitzige Debatte und Leinen los!

Sehr lebhaft ging es bei der anschließenden Debatte zu, die unter dem Namen „Novellierung der Spielzeugrichtlinie oder: Treffen sich ein Regierungsdirektor, drei Industrievertreter, ein Fachhändler und ein Rechtsanwalt“ stattfand. Die Teilnehmer bestehend aus Joachim Geiß (BMWK), Dr. Arun Kapoor (Noerr), Thomas Redemann (Ravensburger), Andrea Wolf (Schleich) Rafaela Hartenstein (Hasbro) und Christian Krömer (stellvertretend für den Handel), stellten sich den Fragen der Moderatoren Ulrich Brobeil und Steffen Kahnt.

Mehr dazu lesen Sie in unserer kommenden Ausgabe, die am 18. Juli erscheint.