13.12.23 – Haba Familygroup

Sanierungskonzept erfolgreich abgeschlossen

Gestern Nachmittag hat die Geschäftsführung der Haba Familygroup über den aktuellen Stand des Insolvenzverfahrens informiert und ihren „Zukunftspakt 2030“ präsentiert. Dazu gehört u. a. ein massiver Stellenabbau am Stammsitz in Bad Rodach und die Trennung vom Produktionsstandort in Eisleben.

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Der Sanierungsplan sieht einen massiven Stellenabbau der Haba Familygroup am Stammsitz in Bad Rodach vor. © Haba

 
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Dr. Mario Wilhelm und Stefanie Frieß © Haba

 

„In den zurückliegenden Wochen haben wir sämtliche Bereiche des Unternehmens auf den Prüfstand gestellt und die dortigen Prozesse hinterfragt, um der Haba Familygroup eine wirtschaftlich nachhaltige Zukunft zu ermöglichen. Das Ergebnis ist der heute vorgestellte Zukunftspakt 2030“, erläutert Dr. Mario Wilhelm, Geschäftsführer der Haba Familygroup. „Das Verfahren schloss intensive Gespräche mit Inhaberfamilie und Betriebsrat ein, um die bestmögliche Lösung für Unternehmen und Belegschaft zu finden.“ Martin Mucha, Generalbevollmächtigter der Kanzlei Grub Brugger, fügte hinzu: „Wir haben im laufenden Eigenverwaltungsverfahren große Fortschritte gemacht und konnten dem Gläubigerausschuss ein belastbares Konzept für die kommenden Jahre vorstellen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das Insolvenzverfahren zum März 2024 erfolgreich abschließen können.“

Zentrale Führungsebene und Fokussierung auf Kernmarken

Nach der Neuausrichtung sieht die Struktur der Haba Familygroup unter der Geschäftsführung sechs Direktoren als zentrale Führungsebene und eine Fokussierung auf die beiden Kernmarken Haba und Haba Pro vor. „Das Produktsortiment von Haba steht für nachhaltig produzierte Spielwaren, mit denen die Kinder spielend die Welt entdecken können“, erklärt Stefanie Frieß, in der Geschäftsführung verantwortlich für Marketing und Vertrieb: „Wir wissen, dass Haba Produkte seit Generationen viele Fans haben – aber leider auch, dass wir hier bislang nicht das gesamte Marktpotenzial ausgeschöpft haben.“

Massiver Stellenabbau notwendig

Der Neustart wird nicht nur ohne die Marke „Jako-o" erfolgen, sondern auch mit deutlich weniger Mitarbeitern. Umfasste die Belegschaft einst 1700 Personen, so sollen es künftig nur noch knapp 1000 sein. Etliche Angestellte konnten in den vergangenen Monaten bereits bei diversen Job-Messen an neue Arbeitgeber vermittelt werden. Die Zahl der Personen, die am Standort Bad Rodach keine Zukunft in der Haba-Familie haben, dürfte bei rund 450 liegen. Ihnen wird wie verlautet der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten.

Neuer Betreiber für Standort Eisleben

Im Zuge der Neuausrichtung des Unternehmens wurde auch der Produktionsstandort in Lutherstadt Eisleben verkauft. „Wir sind sehr froh, mit der Mansfeld Anlagenbau und Umwelttechnik AG einen geeigneten Käufer gefunden zu haben“, erläutert Dr. Mario Wilhelm. „Unser Interesse bestand darin, dass der Standort erhalten bleibt und ein Großteil der Mitarbeiter übernommen wird.“ Mit mehr als 70 Mitarbeitern übernimmt das Unternehmen mehr als drei Viertel aller dort tätigen Arbeitnehmer.