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12.06.16 – iconkids & youth-Kongress in München

Wie wirkt Werbung auf die Kids?

Ticken deutsche Kids anders als andere? Welchen Einfluss hat die Werbung wirklich auf den Nachwuchs und welche Promotions und Give-aways funktionieren bei Jungen und Mädchen überhaupt noch? Die Referenten des 18. iconkids & youth-Kongress verraten es Ihnen.

Ingo Barlovic

Ingo Barlovic ging der Frage "Sind wir Deutsche wirklich so anders?" auf den Grund.

 

Demnach beleuchtete Ingo Barlovic in seinem Vortrag „Kids international“ – wie 'anders' ist Deutschland noch?“ Trends und Entwicklungen aus internationaler Sicht. So vermittelte er, dass Lizenzen zwar universelle Treiber seien, aber dennoch nicht überall funktionieren. So müssen getreu dem Motto „Andere Länder, andere Werte" auch stets lokale Rahmenbedingungen und Helden berücksichtigt werden.

Zusammenfassend teilte er mit, dass eine wertebasierte Ansprache global kaum möglich sei. Was jedoch in allen Ländern gleich ist: Kinder haben bezüglich der Kaufentscheidungen die Macht. „In fast allen Ländern gilt der Nachwuchs als primärer Ansprechpartner, wenn es um Kinderprodukte geht", so Barlovic und ergänzt: „Aber es gibt kaum die Ansprache, die alle Kindergleichermaßen erreicht. Hier muss differenziert werden."

Der Einfluss von Werbung

„Kinder sind geborene Konsumenten wie wir alle – ob wir es wollen oder nicht." Mit diesen Worten leitete Axel Dammler seinen Vortrag zum Thema „Von willenslosen Konsumäffchen und autonomen Verbrauchern" ein. Genau wie die Erwachsenen reagieren Kinder deutlich stärker auf emotionale Reize als auf Fakten und gute Argumente. Nichtsdestotrotz: Werbung wirkt zwar, jedoch nur als eine Entscheidungsgröße unter vielen: Die Bedeutung des sozialen Umfeldes ist deutlich größer. Für Dammler mache es keinen Sinn, den Nachwuchs vor Werbung zu „schützen". Schließlich würden Menschen ja nicht nur durch das Ausprobieren, sondern eben auch durch Fehler lernen.

Vom Wandel der Mutter-Rolle

Sonja Schwarzer und Simone Jurkin zeigten in ihrem Vortrag „Helicopter-Mütter revisited" auf, inwieweit sich die Rolle der Mutter in den letzten Jahren verändert hat. Dabei stellten sie fest, dass es heute mehr berufstätige Mamis gibt, aber auch die Jüngsten deutlich gestresster sind – diese Tatsache bleibe natürlich nicht ohne Folgen. So seien Mütter kompromissbereiter und vertrauen, statt auf Medienberichten, häufiger ihrer eigenen Erfahrung. Abschließend betonten die Referentinnen, dass der Einfluss der Kids auf Kaufentscheidungen immer größer wird. Mütter sähen wenig Sinn, ihren eigenen Willen durchzusetzen.

Promotions – sinnvoll oder nicht?

„Erhalten kleine Geschenke wirklich die Freundschaft? Und funktionieren Promotions, Give-aways und Free Gifts beim Nachwuchs wirklich?" Mit diesen Fragen beschäftigt sich Denise Ullrich schon lange. Ihr Fazit: Die meisten Promotions würden Kinder „nicht vom Hocker hauen". Jungen und Mädchen legen Wert darauf, dass die Extras sie emotional ansprechen. Zudem müssen sie funktional sein und möglichst lange halten. Ein „Allheilmittel" sei eine Promotion allerdings nicht. Auch hier müsse man in Zielgruppen denken. Zudem seien Kinder übersättigt – die Messlatte damit sehr hoch. Bezüglich Lizenzen hat Ullrich abschließend noch einen Tipp: „Wenn Sie Geld für Lizenzen ausgeben, dann greifen Sie zu den Hype-Lizenzen. Nur so kann es gelingen."