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08.06.15 – Interview mit Wolfgang Dirscherl

„Experimentieren mit dem Zufall“

Wolfgang Dirscherl ist freiberuflicher Spieleautor, Kinderbuchautor und Spieleredakteur – und das mehr als erfolgreich. „Push a Monster“ wurde für das „Kinderspiel des Jahres 2015“ nominiert. „Joe’s Zoo“ und „Chef Alfredo“ haben es auf die Empfehlungsliste geschafft. Im Interview mit „das spielzeug” spricht er über seine aktuellen Werke, sein Erfolgsgeheimnis sowie über zukünftige Projekte.

dirscherl

Was ist Ihr Erfolgsrezept für ein gutes Kinderspiel?

Novalis hat einmal gesagt: „Spielen ist experimentieren mit dem Zufall.“ Genauso ist es beim Entwickeln neuer Ideen. Als Autor sollte man absolut offen für neue Ansätze sein. Außerdem muss man auch einmal ohne genaues Ziel mit Materialien und Mechanismen hantieren. Ganz wichtig ist es für mich, dass ich bei jedem meiner Spiele viele Testrunden mit Kindern absolviere und versuche, selbst kleinste Ungereimtheiten im Ablauf zu optimieren. Meine beiden Söhne sind dabei meine schärfsten Kritiker.

 

Wie müssen wir uns den Entwicklungsprozess für ein neues Werk vorstellen?

Am Anfang steht die Grundidee. Ich bastle mir zuerst einen Prototypen und teste das Spiel in dieser Version. Hat es Spaß gemacht, arbeite ich weiter daran. Anschließend folgt ein längerer Prozess mit mehreren Überarbeitungen und immer wieder neuen Tests. Erst wenn ich rundum zufrieden bin, stelle ich es Verlagen vor. Bei einem kleinen Spiel dauert die Entwicklung bis zum fertigen Prototyp zwischen einem Tag und zwei Wochen. Bei einem größeren Spiel ist die Entwicklungszeit natürlich länger, so zwischen einer Woche und mehreren Monaten.

 

Sie sind gelernter Bankkaufmann und haben BWL studiert. Was war für Sie der Auslöser, plötzlich beruflich einen ganz anderen Weg einzuschlagen?

Für Spiele habe ich mich schon immer interessiert. Während meiner Jugend- und Studienzeit habe ich viel mit Freunden gespielt und schließlich mein erstes eigenes Werk kreiert. 2001 erhielt ich das Spieleautoren-Stipendium der Jury „Spiel des Jahres“ und konnte dadurch intensivere Einblicke in die Branche gewinnen. Nach dem Studium musste ich mich entscheiden: wieder als Betriebswirt bei einer Bank arbeiten oder das Hobby zum Beruf machen. Ich hatte Glück, denn Haba hat genau zu diesem Zeitpunkt einen Spieleredakteur gesucht – und ich hatte Erfolg mit meiner Bewerbung.

 

Stichwort Zukunft: Auf welche Entwicklungen bzw. Co-Produktionen von Ihnen können wir uns in den nächsten Monaten freuen?

Die nächsten Neuheiten stehen bereits in den Startlöchern und werden im Herbst bzw. zur Nürnberger Spielwarenmesse 2016 veröffentlicht. Mein Schwerpunkt bleibt weiterhin das Kinderspiel, aber auch ein einfaches Spiel für die gesamte Familie wird demnächst veröffentlicht. In den nächsten Jahren habe ich außerdem noch einen besonderen Co-Autoren an meiner Seite: meinen sechsjährigen Sohn Simon! Er will in meine Fußstapfen treten und hat es mit seinem ersten Spiel bereits zu einer Verlagsveröffentlichung gebracht. Wenn er Zeit und Lust hat, tüfteln wir nun an unserem ersten, gemeinsamen Spiel.