Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

14.07.15 – Interview mit Dr. Ina Michaelis

„Optimierungen sind nötig“

Im Gespräch mit „das spielzeug“ gibt Dr. Ina Michaelis darüber Auskunft, wo sie bei der Spielzeugprüfung noch Verbesserungen sieht.

Dr. Ina Michaelis: Foto_TÜV

Nimmt Teddys und Co. genau unter die Lupe: Dr. Ina Michaelis, Abteilungsleiterin Spielzeugprüfung beim TÜV Rheinland.

 

das spielzeug: Frau Michaelis, seit dem 1. März 2015 sind Sie beim TÜV Rheinland als Abteilungsleiterin Spielzeugprüfung tätig. Was reizt Sie an diesem Aufgabengebiet am meisten?

Dr. Ina Michaelis: Besonders reizvoll war und ist für mich die Nachhaltigkeit und Vielfältigkeit meiner Tätigkeit. Nachhaltigkeit deshalb, weil wir mit unserem Prüfzeichen gewährleisten, dass Kinder mit einem sicheren Spielzeug spielen. Vielfältigkeit, weil es die unterschiedlichsten Spielzeugartikel mit den verschiedensten Anforderungen gibt.

das spielzeug: Regelmäßig gibt es, was Spielzeug betrifft, neue Richtlinien: Werden Ihrer Meinung nach Puppen, Teddys und Co. dadurch sicherer?

Dr. Ina Michaelis: Richtlinien, Normen etc. resultieren leider häufig daher, dass es aufgrund mangelnder Sicherheit zu Unfällen kam. Diese führen oft dazu, dass man im Sinne der Sicherheit (zusätzliche) Anforderungen an Produkte definiert. Auch wenn die Normen und Richtlinien für Spielzeug sehr umfangreich sind, führen diese letztlich zu sichererem Spielzeug. Und mit „sicher“ meine ich nicht nur die mechanische Komponente, sondern vor allem auch die chemischen Belastungen, die einem Produkt anhaften können.

das spielzeug: Welche Serviceleistungen bietet der TÜV Rheinland den Herstellern?

Dr. Ina Michaelis: Wir führen die Prüfung und Zertifizierung von Spielwaren nach der Richtlinie 2009/48/EG „Sicherheit von Spielzeug“ und den europäisch harmonisierten Normen wie z. B. EN 71, EN 62115 durch. Vom Teddybär bis zur Eisenbahn – die „Spielzeug-Richtlinie“ betrifft alle Erzeugnisse, die zum Spielen für Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren bestimmt sind. In Verbindung mit der Zertifizierung eines Produktes kann ein TÜV Rheinland GS-Zeichen vergeben werden. Wir bieten sowohl Teilprüfungen als auch Rund-Um-Prüfungen für Produkte. Unsere rund 50 Spielzeugexperten bieten Ihnen folgenden Service:

  • Mechanisch-, physikalische Prüfungen nach den europäischen Normen EN 71 Teil 1, 2, 8 und 14 und ASTM F 963
  • Elektrische Prüfungen nach EN 62115 und ASTM F 963
  • Chemische Prüfungen nach EN 71 Teil 3, 4, 5, 7, 9, 10, 11 und 12, REACH-Verordnung, LFGB, Consumer Product Safety Improvement Act 2008 (USA)

das spielzeug: Wo sehen Sie hinsichtlich der Spielzeugprüfung noch Optimierungsbedarf?

Dr. Ina Michaelis: Ein stetiges Diskussionsthema sind die sogenannten Grauzonenbereiche, die leider in der ein oder anderen Norm/Richtlinie, zu finden sind. Grauzonenbereiche führen dazu, dass diese unterschiedlich ausgelegt werden können, sodass dies sowohl die Hersteller als auch die Prüfhäuser vor das Problem stellen, wie entschieden werden soll. Hier gibt es sicherlich Optimierungsbedarf, was das Thema Reduzierung von Grauzonenbereichen betrifft.

das spielzeug: Was raten Sie Eltern beim Spielzeugkauf?

Dr. Ina Michaelis: Kaufen Sie Produkte, die das TÜV Rheinland Prüfzeichen tragen!