29.08.25 – Bilanz 1. Halbjahr 2025
Zweistelliges Umsatz- und Gewinnwachstum
Die Lego Gruppe hat in den ersten sechs Monaten des Jahres sowohl den Umsatz als auch den Gewinn deutlich gesteigert. Damit stehen die Dänen deutlich besser da als die global wichtigsten Wettbewerber.
Der Umsatz stieg im genannten Zeitraum gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf den Rekordwert von 34,6 Mrd. DKK (umgerechnet rund 4,6 Mrd. €). Die Endkundennachfrage wuchs im gleichen Zeitraum um 13 %, getragen von einem breiten und innovativen Produktportfolio, das in allen Altersgruppen und Märkten auf große Resonanz stieß, insbesondere in Westeuropa sowie der CEEMEA-Region (Zentral- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika).
Auch beim operativen Ergebnis konnte das Unternehmen zulegen: Es wuchs um 10 % auf 9,0 Mrd. DKK (1,2 Mrd. €). Der Nettogewinn verbesserte sich ebenfalls um 10 % auf 6,5 Mrd. DKK (865 Mio. €). Trotz gestiegener Investitionen in Nachhaltigkeit, Digitalisierung und den Ausbau des Einzelhandelsgeschäfts konnte die Lego Gruppe ihre Produktivität weiter verbessern. Der operative Cashflow sank im Vergleich zum Vorjahr von 7,5 auf 5,9 Mrd. DKK (785 Mio. €), was vor allem auf steuerliche Effekte und den Zeitpunkt von Auszahlungen zurückzuführen ist.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber war erneut das Produktportfolio. Mit 314 neu eingeführten Sets erreichte Lego einen internen Höchststand. Erfolgreiche Themenwelten wie Lego City, Lego Technic, Lego Botanicals, Lego Icons und Lego Star Wars führten die Bestsellerlisten an. Besonders erfolgreich war die Botanicals-Serie zu Anlässen wie Valentinstag und Muttertag. Hinzu kamen neue Lizenzpartnerschaften – u. a. mit Bluey und One Piece – sowie die Ankündigung einer langfristigen Kooperation mit The Pokémon Company International, die 2026 erste Lego Pokémon Produkte hervorbringen wird.
Internationale Präsenz nimmt zu
Auch in puncto internationale Präsenz setzte die Lego Gruppe starke Impulse. In Vietnam wurde im April eine hochmoderne, nachhaltige Produktionsstätte eröffnet – die sechste weltweit und zugleich bislang umweltfreundlichste des Unternehmens. In den USA investiert Lego derzeit mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar in ein neues Werk und ein großes Distributionszentrum in Virginia, die 2027 eröffnet werden sollen. Ergänzend wurde ein neues Headquarter für den amerikanischen Markt in Boston in Betrieb genommen, in dem künftig rund 800 Mitarbeitende tätig sein werden.
Parallel dazu setzte das Unternehmen seine Wachstumsstrategie im stationären Einzelhandel fort. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 24 neue Stores eröffnet – darunter der erste in Neu-Delhi –, womit Lego nun weltweit 1.079 Markenläden betreibt. Auch in die Digitalisierung wurde weiter investiert: Neue Technologien und Plattformen sollen künftig nicht nur die Marken- und Einkaufserlebnisse verbessern, sondern auch die interne Effizienz und Zusammenarbeit fördern.
Deutliche Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit
Im Bereich Nachhaltigkeit machte die Lego Gruppe ebenfalls deutliche Fortschritte. Der Anteil der eingekauften Materialien aus nachhaltigen Quellen wurde gegenüber dem Vorjahr verdoppelt – mit dem Ziel, bis Jahresende 60 % zu erreichen. Dazu zählen Materialien aus massenbilanzierten (53 %) und segregierten Quellen (7 %). Neu eingeführt wurde u. a. rSEBS, ein recycelter Werkstoff aus alten Fischernetzen, Seilen und Motoröl, der künftig für Lego-Reifen verwendet wird. Darüber hinaus plant das Unternehmen den Einsatz von E-Methanol zur Herstellung fester Bauteile wie Achsen oder Minifiguren-Hände. CEO Niels B. Christiansen betonte in seinem Halbjahresstatement, dass Kinder und Eltern zu Recht erwarten, dass Lego Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft übernimmt. Man sei dank der starken finanziellen Position gut aufgestellt, um langfristig in nachhaltiges Wachstum zu investieren – und so das Ziel zu verfolgen, Kinder weltweit zu inspirieren und ihnen gleichzeitig einen gesunden Planeten zu hinterlassen.
Lego auf Platz 2
Im Vergleich zu den weltweit wichtigsten Wettbewerbern präsentiert sich Lego deutlich stärker. So verzeichnete der US-Konkurrent Hasbro im ersten Halbjahr einen Umsatzanstieg von 7 % auf knapp 1,9 Mrd. US-Dollar. Dennoch schrieb das Unternehmen aufgrund hoher Abschreibungen einen Verlust von 755 Mio. US-Dollar. Barbie-Puppen-Hersteller Mattel musste hingegen einen Rückgang der Erlöse um 2 % auf rund 1,8 Mrd.US-Dollar hinnehmen. Der Gewinn schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte und lag bei lediglich 13 Mio.US-Dollar. Nur eine Marke ist wie das Handelsblatt berichtet derzeit noch begehrter: Pop Mart aus China, der Hersteller der Plüschfiguren „Labubus“.